Rattengift-Verbot in Wismar: Schädlingsbekämpfer rät zu Erdnussbutter
Rattengift-Verbot: Schädlingsbekämpfer rät zu Erdnussbutter

Ab dem 23. Oktober dürfen Privatleute in Wismar und ganz Deutschland kein Rattengift mehr verwenden – auch bereits gekaufte Altbestände sind dann tabu. Wer das Rattengift trotzdem einsetzt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen. Schädlingsbekämpfer Thomas Janke aus Wismar findet das Verbot sinnvoll und rät zu Schlagfallen mit Erdnussbutter.

Warum das Verbot aus Sicht des Profis richtig ist

Thomas Janke, 56 Jahre alt, arbeitet viel in Wismar und im Landkreis Nordwestmecklenburg. Er berichtet, dass Schädlingsbekämpfer häufiger gerufen werden, um Ratten zu vertreiben. Das neue Gesetz sieht vor, dass der Verkauf von Rattengift an Privatpersonen seit diesem Frühjahr verboten ist. Ab dem 23. Oktober darf das Gift auch nicht mehr von Privathaushalten verwendet werden.

Janke begrüßt das Verbot aus mehreren Gründen: „Das Zeug ist nicht biologisch abbaubar und gelangt überallhin, in Klärgruben und Flüsse. Außerdem werden Ratten und Mäuse unbeabsichtigt zu lebenden Giftködern, wenn sie von anderen Tieren wie Greifvögeln, Katzen und Hunden gefressen werden.“ Zudem häuften sich in den vergangenen Jahren Berichte in den Medien, wonach Hunde, Katzen und sogar Greifvögel gezielt von Fremden mit Ködern vergiftet wurden.

Rattenbekämpfung ohne Gift: Schlagfallen und Geduld

Für Privatleute, die Ratten loswerden wollen, empfiehlt Janke Schlagfallen. „Die sollte man immer mal wieder umstellen und neue Köder verwenden. Vor allem braucht man ganz viel Geduld.“ Als Köder eignen sich laut Janke Nusscremes wie Nutella und Nudossi – besonders erfolgreich sei jedoch Erdnussbutter: „Und richtig heiß sind die auf Erdnussbutter.“ Speck und Käse hält er dagegen für ungeeignet: „Da stehen die gar nicht so drauf.“

Der Profi warnt vor Experimenten: „Räuchern, Lappen mit Diesel oder Eukalyptusduft – das ganze Zauberzeug bringt nichts.“ Selbst mit Schlagfallen kann es lange dauern, wie ein Fall bei einem Kunden zeigt, bei dem eine Ratte über den Balkon in die Küche im zweiten Obergeschoss gelangt war. „Es hat Tage gedauert, bis sie reingegangen ist.“

Ratten am Supermarkt: Müllsäcke locken Nager an

Nicht nur Schädlingsbekämpfer haben mit Ratten zu tun. Auch Müllentsorger stoßen auf die Nager, vor allem wenn neben den Tonnen Müllsäcke liegen. Denise Münster von der Abfallwirtschaftsgesellschaft Ludwigslust-Parchim berichtet: „Akuten Befall gibt es meist in großen Wohngebieten und an Supermärkten.“ An Supermärkten locke Müll, der lose neben den Behältern lagert, oder es werden in den Containern vorwiegend Lebensmittel entsorgt.

In großen Wohngebieten komme es immer wieder zu Rattenproblemen. „Das letzte Mal hatten wir das in Lübz. Aber das war schnell erledigt“, sagt Münster. In solchen Fällen informiere man den Landkreis, der den Wohnungseigentümer benachrichtigt. Der Eigentümer sei dann verpflichtet, einen Kammerjäger zu beauftragen.

Landkreis sieht noch keinen Trend

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim blickt man entspannt auf das Thema. Sebastian Langer-Corinth, Fachdienstleiter Gesundheit beim Landkreis, erklärt: „Das Verkaufsverbot gilt seit dem 26.4.2026, die Aufbrauchfrist läuft bis zum 22.10.2026. Daher gehen wir derzeit nicht davon aus, dass wir schon einen Trend in der Ratten-Population erkennen können.“ Es komme vereinzelt immer wieder zu Anfragen beim Gesundheitsamt, dies aber seit Jahren und ohne erkennbaren Trend.

Wer ein Problem mit Ratten hat, kann sich ans Gesundheitsamt wenden. „Das Gesundheitsamt hilft Eigentümern gerne bei der ersten Orientierung und empfiehlt den Kontakt zu professionellen Schädlingsbekämpfern“, so Langer-Corinth. „Dabei werden die örtlichen Ordnungsämter ebenfalls informiert.“

Janke warnt zudem vor unseriösen Anbietern im Internet: „Aber aufpassen, damit man nicht auf eine unseriöse Kammerjäger-Firma hereinfällt und abgezockt wird.“ Beim Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband (DSV) gibt es eine Liste mit seriösen Schädlingsbekämpfern, bei der man nachfragen kann, welcher Experte in der eigenen Gegend arbeitet.