In der St. Marienkirche in Groß Salitz können die zwei seit Jahrzehnten fehlenden Altarfiguren restauriert werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt sich mit 10.000 Euro an den Gesamtkosten von 32.000 Euro.
Zwei alttestamentliche Figuren kehren zurück
Die beiden äußeren Plätze im Altarensemble – links von Johannes und rechts von Maria – sind seit Jahrzehnten leer. Die dazugehörigen Figuren befinden sich bereits seit langem bei Restauratoren, die auf die Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgütern aus Holz spezialisiert sind. Dank der Finanzspritze kann die Restaurierung nun endlich beginnen.
„Es geht um Mose und seinen Bruder Aaron, also zwei alttestamentliche Figuren“, schildert Pastor Christian Schnepf. Die Darstellung der alttestamentlichen Figuren auf einer Ebene mit jenen aus dem Neuen Testament, wie es im Altarensemble der St. Marienkirche konzipiert ist, ist dabei eher ungewöhnlich. „Normalerweise ist es so, dass zum Beispiel eine Kanzel von einer alttestamentlichen Figur getragen wird, und darauf wird Jesus Christus verkündigt sozusagen.“
Theologisch modernes Konzept
Hier würden Aaron und Mose hingegen in der gleichen Größe neben Johannes und Maria dargestellt. „Das finde ich theologisch gesehen sehr modern“, so der Pastor. „Also, dass man nicht sagt, das alte Testament ist sozusagen die Grundlage, auf dem dann nachher alles andere, das Gute, Richtige aufbaut, sondern dass es zwei gleichwertige Schriften nebeneinander sind – und das drückt sich eben auch in diesen gleichen Größen aus.“
Für die Restaurierung der beiden Altarfiguren sind insgesamt 32.000 Euro notwendig. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz steuert 10.000 Euro bei. Eigenmittel und eine größere Spende des Fördervereins sichern die restliche Finanzierung.
Eine der ältesten Kirchen Mecklenburgs
Die St. Marienkirche in Groß Salitz zählt zu den ältesten Kirchen Mecklenburgs. Ihr Baubeginn liegt in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Viel wurde bereits in den Erhalt des Gotteshauses investiert. So wurden die Innenräume etwa geweißt, und das Gestühl ist saniert worden. Für 170.000 Euro wurde zudem die dort stehende Frise-I-Orgel aufwendig restauriert. Wie die Stiftung Denkmalschutz schildert, entstand das Instrument von Orgelbauer Friedrich Friese in den Jahren 1818/1819.
Die ungewöhnlich reiche Gestaltung sowie Vielzahl architektonischer und bildhauerischer Details lassen eine einstige besondere Bedeutung der Kirche über die Region heraus vermuten. „Die Kirche erzählt uns, hier war etwas Besonderes. Das steht fest“, ist sich Christian Schnepf sicher.
Fehlende Auferstehung bleibt Aufgabe
Der Altar sei dabei durchaus umstritten. „Viele schrecken immer ein bisschen vor diesem Memento Mori, vor dem Totenkopf und dem Gedenken an die eigene Sterblichkeit zurück.“ Tatsächlich fehle bei den Elementen des Altars dabei ein wichtiges. Unten ist das letzte Abendmahl abgebildet, darüber die Kreuzigung Christi. Auch die Grablegung wird gezeigt. „Etwas ganz Entscheidendes fehlt jedoch: die Auferstehung“, sagt Pastor Schnepf. Zur Darstellung dieser stehe oben auf dem Altar eigentlich noch eine Christus-Figur mit der Siegesfahne, diese sei jedoch auf unerklärliche Weise verschwunden.
Und so gibt es – wie so oft bei historischen Denkmälern – auch nach der Sanierung der Aaron- und Mose-Figuren noch genug zu tun in der Groß Salitzer Kirche. Natürlich sei man bestrebt, auch diese Lücke im Altarensemble zu schließen, so Schnepf. Und der Pastor betont: „Wir haben jetzt auch eine Liste mit anderen Sachen, aber der ist nicht vergessen da oben. Und sobald freie Valenzen da sind, werde ich mich auch darum kümmern.“