Vom Zirkuswagen zum Biomobilheim: Schmiede in Stresdorf baut 50. Tiny House
Schmiede in Stresdorf baut 50. Biomobilheim

In Stresdorf bei Gadebusch entsteht das 50. Biomobilheim der Schmiede Radsack. Seit mehr als einem Jahrzehnt baut die Familie mobile Behausungen – vom Zirkuswagen bis zum individuell konfigurierten Tiny House. Die Nachfrage ist ungebrochen, und ein Hausboot könnte als Nächstes folgen.

Vom Bauwagen zum Tiny House

Vor rund zwölf Jahren begann alles mit einem gebrauchten Bauwagen aus dem Harz. „Zu jener Zeit hatten wir hier eine Freiwillige in der Denkmalpflege, für die wir eine Unterkunft benötigten. Und so haben wir einen gebrauchten Bauwagen aus dem Harz gekauft“, erinnert sich Robert Radsack. Der Wagen hatte Schimmel, und das Team machte sich an die Reparatur. Doch dann brach der Wagen zusammen.

„Zwei Stunden später lag das ganze Ding. Mein Schwager stand tatsächlich in der Tür als der Bauwagen hinter ihm zusammengebrochen ist“, berichtet Radsack. Der Wagen wurde mit einem Holzrahmenbau komplett neu aufgebaut. Als er zwei Jahre später nicht mehr gebraucht wurde, wollte die Familie ihn verkaufen – und stieß auf enorme Nachfrage. Ein weiteres Gestell war noch vor Ort, also wurde die Behausung erneut gebaut.

Individuell und ökologisch

Die ersten drei mobilen Häuser entstanden auf gebrauchten Fahrgestellen. „Da wir ja eigentlich eine Schmiede sind und auch unsere Kernkompetenz durchaus im Stahl haben, fingen wir dann an, auch die Fahrgestelle selbst zu bauen“, sagt der 41-Jährige. Inzwischen ist das 50. mobile Zuhause in Bau – mit knapp vier Metern Breite und zwölf Metern Länge bietet es mehr als vierzig Quadratmeter Wohnfläche.

„Wir bauen dabei grundsätzlich ökologisch, also mit möglichst wenig Schadstoffen und setzen auf natürliche Dämmstoffe“, erklärt Robert Radsack. Das macht die Häuser schwer: Der aktuelle Wagen wird rund 14 Tonnen wiegen. „Als dieser typische Tiny-House-Boom kam, wurden die mobilen Behausungen meist auf dreieinhalb-Tonnen-Anhänger gebaut, doch das ist nicht unser Feld“, betont der Mechatroniker. Die Schmiede baut eigene Fahrgestelle und nennt die Häuser „Biomobilheim“.

Die Kunden können die Häuser individuell konfigurieren. „Ich mache mit ihnen im Grunde eine Hausplanung. Ob Fenster, Türen, Dämmstärken – das ist alles individuell“, sagt Robert Radsack. „Wir lassen uns dabei auch auf einiges ein und sind zu vielen Schandtaten bereit“, ergänzt er lachend. Die mobilen Behausungen stehen inzwischen in Stresdorf, Flensburg, im Allgäu und in Würzburg.

Hausboot als nächste Idee

Robert Radsack hofft auf ein neues Projekt: „Ich warte noch darauf, dass wir mal ein Hausboot bauen dürfen. Das ist etwas, womit wir tatsächlich noch liebäugeln“, verrät er. Ob und wann ein solches Boot entstehen wird, ist offen – die Schmiede bleibt aber bereit für neue Herausforderungen.