Nur 30 Autominuten von Gadebusch entfernt, sind Tiere zu bestaunen, die wohl kaum in Nordwestmecklenburg vermutet werden. Sie stammen aus Frankreich, Spanien oder Südafrika und tragen Namen wie Liam, Khaleesi oder Jade. Sie alle können in Dassow bestaunt werden – bei einigen von ihnen ist jedoch Vorsicht geboten.
Vom Tigerfilm zur Familientradition im Raubkatzenpark
Herzstück des Parks von Familie Farell sind ihre Raubkatzen, insgesamt fünf Löwen und sechs Tiger. Letztere gaben dem Park auch seinen Namen. Los ging die Leidenschaft für Großkatzen bereits bei Monica Farells Vater Dieter. „Mein Papa, mittlerweile ist er 92 Jahre alt, hat als kleiner Junge einen Kinofilm gesehen, in dem Tiger vorkamen. Er war so fasziniert von diesen besonderen Tieren, dass er gesagt hat: Ich möchte mal mit solchen Tieren arbeiten!“, erzählt Monica Farell.
Alle hätten über den damals Achtjährigen gelacht. Doch er ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen. Mit zwölf Jahren habe er den Kinofilm erneut angeschaut und so stand für ihn endgültig fest, wo später seine Berufung liegen soll. Als Jugendlicher und später während der Ausbildung begann er bereits in einem Tierpark mitzuhelfen, in dem Löwen gehalten wurden. „Für sie hat er dann auch ein Außengehege gebaut, damit sie mehr Platz haben. Das war der erste Moment, als mein Papa zu den Löwen hineingegangen ist. Und er sagt, diese drei Löwinnen waren seine Lehrmeister.“
Vom Traum zur Manege: Erste Löwen, dann der Durchbruch
Später erfüllte er sich den Traum von den ersten eigenen Großkatzen – zunächst wurden es Löwen, da diese damals günstiger waren als Tiger – und Dieter Farell ging zum Zirkus. Später wurde er durch Auftritte mit den Raubkatzen unter anderem bei Stars in der Manege berühmt.
„Irgendwann haben wir gesagt, dass es doch schön wäre, wenn wir für unsere Tiere einen eigenen Zoo hätten, wo wir sie weiterhin beschäftigen, sie aber auch noch großflächige Räume und ein Zuhause haben“, schildert Monica Farell, die selbst bereits früh mit Raubkatzen gearbeitet hat. Und so eröffnete 2003 schließlich der Tigerpark in Dassow.
Führungen und Mitmach-Zirkus für Kinder
Besucher des Parks können die Tiere der Familie unter anderem bei verschiedenen Führungen kennenlernen. „Dabei machen wir auch immer etwas anderes“, schildert Monica Farell. Bei der ersten Führung des Tages wird etwa ein Löwe gefüttert. Dabei ist sein Geschick gefragt: Das Futter muss eigenständig aus einem großen Karton geholt werden, um die Aufgabe zu meistern. „Wir finden es wichtig, dass unsere Tiere nicht einfach nur die Gehege, sondern auch eine Beschäftigung haben bei uns“, betont die Tigerparkchefin.
Besonders am Herzen liegt der Familie dabei, dass sich die Besucher wirklich auf den Park einlassen und hierfür auch entsprechend Zeit vor Ort verbringen – ob als Teil der Führungen, Besucher von Hundeshows oder als aktives Mitglied des Mitmach-Zirkus für Kinder. Gerade auf die jungen Besucher warten eine Vielzahl an Attraktionen, die selbst entdeckt werden können. „Alles ist bei uns so konzipiert, dass die Kinder sich auch selbst bei den Spielen bewegen müssen. Das finden wir total wichtig. Deshalb haben wir keine Fahrgeschäfte, in denen die Kinder einfach so gefahren werden“, schildert Monica Farell.
Während es bei den Raubkatzen gilt, Abstand zu halten, können andere Tiere im Tigerpark auch hautnah erlebt werden. So streifen etwa Alpakas durch den Park und auch die Ziegen bewegen sich frei über das Gelände. Die Tiere können dabei selbst entscheiden, wann sie ihre Ställe verlassen, doch auch, wann sie sich wieder zurückziehen wollen.
Herbstferien im Dassower Tigerpark
Vom 10. bis zum 25. Oktober hat der Tigerpark täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, außer freitags. Der letzte Einlass erfolgt jeweils um 15.30 Uhr, dann startet auch die letzte Führung des Tages. Die ersten Programmpunkte beginnen bereits um 11 Uhr mit einer Begrüßungsrunde und anschließender Raubtierfütterung. Der 25. Oktober ist zugleich der letzte Öffnungstag in diesem Jahr.