Investoren geben Kriegsschule in Anklam auf – Bürgermeister hofft auf neuen Eigentümer
Kriegsschule Anklam: Investoren steigen aus – Stadt sucht neuen Besitzer

Die Hillebrand Gruppe will ihre Pläne für die ehemalige königliche Kriegsschule in Anklam nicht weiterverfolgen. Das kündigte Bürgermeister Michael Galander beim Jahresempfang der Hansestadt an. Das Millionenprojekt zur Umwandlung in sozialen Wohnungsbau steht damit vor dem Aus.

Projekt mit 72 Wohnungen geplatzt

Ursprünglich wollte die Hillebrand Gruppe rund 19 Millionen Euro in das Gebäude investieren und dort 72 Wohnungen schaffen, davon 62 Sozialwohnungen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern beteiligte sich mit einem zinslosen Darlehen in Höhe von 11,5 Millionen Euro.

Nach anfänglichen denkmalschutzrechtlichen Fragen bereitete zuletzt die Finanzierung der notwendigen Eigenmittel Probleme, bestätigte Galander. Die Stadt habe stets Kontakt zum Bauherren gehalten und hätte sogar 500.000 Euro Zuschuss ermöglicht – auch das wäre wohl nicht ausreichend gewesen.

Sanierungsfortschritte und Hausschwamm-Schäden

Die Familie Hillebrand hatte das Projekt mit viel Elan begonnen. In den vergangenen Jahren wurden Sicherungs- und Abrissmaßnahmen durchgeführt: Gut drei Viertel der Zwischendecken wurden erneuert, wodurch die bedrohte Statik stabilisiert werden konnte. Bei der Entkernung ging es vor allem darum, den wuchernden Hausschwamm zu bekämpfen, der laut Aussagen des bisherigen Architekten große Schäden angerichtet hat.

Stadt will Gebäude nicht zurücknehmen

Die städtische Grundstücks- und Wohnungswirtschaft Anklam (GWA), von der der Investor das Gebäude kaufte, will es nicht zurücknehmen. Galander stellt klar: „Wir wollen und werden es nicht zurücknehmen.“ Dies sei allenfalls für einen symbolischen Euro überdenkenswert.

Selbst dann könnte die GWA ein Bauprojekt dieses Umfangs niemals stemmen und würde das Gebäude samt Grundstück bestenfalls nur verwahren – was ebenfalls laufende Kosten verursachen würde. Deshalb strebt der Bürgermeister einen direkten Übergang auf einen neuen Besitzer an, ähnlich wie beim Hansequartier an der Peene.

Einen Interessenten gebe es bereits. In Schwerin hätten zur Übernahme des Landes-Darlehens bereits Gespräche stattgefunden, so Galander. Weitere Hintergrundgespräche müssten jetzt folgen. Der neue Investor habe sich einen Zeitrahmen von einem Jahr gesetzt.