Rostocks Verkehr wird jahrelang ausgebremst: Mit dem Abriss der Rennbahnallee-Brücke geht eine wichtige Verkehrsachse in der Südstadt in den Dauerumbau. Die Bauarbeiten für den Ersatzneubau beginnen Ende Oktober zwischen Zoo und Neuem Friedhof. Ab Montag, 26. Oktober, starten die Arbeiten, und ab dem 5. November wird die Rennbahnallee von der Kreuzung Barnstorfer Ring/Trotzenburger Weg bis zum Tannenweg voll gesperrt.
Bauzeit bis 2028 – keine Behelfsbrücken
Die Arbeiten werden voraussichtlich bis in das erste Halbjahr 2028 andauern, informiert das Tiefbauamt der Hansestadt. Wegen der sehr beengten Platzverhältnisse im Baubereich können Fußgänger, Radfahrer und Autos nicht über provisorische Wege oder Behelfsbrücken an der Baustelle vorbeigeführt werden. Deshalb wurden Umleitungen für alle Verkehrsteilnehmer abgestimmt. In den kommenden Tagen sollen die entsprechenden Umleitungsschilder aufgestellt werden.
Die Umleitungen führen vorrangig über die Satower Straße, Parkstraße, Dethardingstraße, Schillingallee und Kopernikusstraße sowie über den Trotzenburger Weg. Alternativ kann auch die Hamburger Straße genutzt werden. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist die Verbindung über den Tannenweg, den Westfriedhof und den Barnstorfer Ring möglich. Alternativ führt die Umleitung östlich über die Tiergartenallee und den Dr.-Lorenz-Weg in Richtung Innenstadt, informiert das Tiefbauamt.
Straßenbahn wird eingestellt – Proteste und Klage
Für die Dauer der Bauarbeiten hat die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) ein alternatives Bus- und ÖPNV-Konzept erarbeitet. Über Änderungen bei den Buslinien und die alternativen Verbindungen informiert die RSAG über ihre Internetseite www.rsag-online.de.
Mit Beginn der Brückenbauarbeiten wird der Straßenbahnbetrieb auf dem zirka 700 Meter langen Abschnitt zwischen Zoo und Friedhof eingestellt – und zwar für immer. Der Ersatzneubau erhält keine Straßenbahngleise. Zum Neuen Friedhof fahren dann nur noch Busse, so die RSAG. Dagegen gibt es Proteste. Der Kritzmower Steffen Rex hatte in einer Online-Petition den Erhalt der Tram-Linie bis Haltestelle Neuer Friedhof gefordert und dafür mehr als 3200 Unterschriften gesammelt. Er und seine Mitstreiter befürchten, dass der Südwesten Rostocks von der Stadtentwicklung abgeschnitten wird. Unterdessen läuft noch eine Klage gegen die vereinfachte Genehmigung des Brücken-Ersatzneubaus.
Zoo in der Mitte getrennt
Probleme bekommt auch der Zoo Rostock. Denn mit dem Brückenabriss fällt der Durchgang, der den historischen mit dem neuen Zooteil verbindet, zunächst weg. Der Zoo wird in der Mitte durchgeschnitten. Allerdings ist der Durchgang nicht die gesamte Dauer der Bauarbeiten dicht. Vermutlich wird es zunächst eine dreimonatige Sperrung geben. Für diese Zeit denkt die Zooleitung über eine separate Vermarktung beider Zooteile nach. Besucher könnten also entweder den neuen Zooteil mit Darwineum über den Eingang Barnstorfer Ring oder den historischen Zooteil über den Trotzenburg-Eingang besuchen.