In Rostock sollen laut einer Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) 85,7 Prozent der neu beschafften Busse weiterhin mit Verbrennerkraftstoff fahren. Damit belegt die Hansestadt Platz 27 von 40 untersuchten Großstädten. Die Elektrobus-Quote liegt in Rostock bei 12,6 Prozent.
Rostock einzige bewertete Stadt in MV
Die DUH hat die kommunalen Busflotten in den 40 größten deutschen Städten untersucht. Die Rangliste ergibt sich aus dem Bestand an Elektrobussen und den Beschaffungsplänen der Städte. Rostock ist in Mecklenburg-Vorpommern die einzige Stadt, die in der Studie bewertet wird.
Nach Angaben der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) sind aktuell 12 Elektrobusse im Einsatz. Insgesamt verfügt das Unternehmen über rund 95 Busse, wie Pressesprecherin Beate Langner auf dpa-Anfrage mitteilt. Die Zahl variiere über das Jahr, da die RSAG für Großveranstaltungen oder Baumaßnahmen zeitweise mehr Busse vorhalte.
Andere Nordstädte schneiden besser ab
Hamburg erreicht mit einem E-Bus-Anteil von 36,9 Prozent Platz sechs, Kiel liegt mit 33,0 Prozent auf Platz sieben und Lübeck mit 28,9 Prozent auf Platz neun. Alle Städte auf den ersten 20 Plätzen planen keine Neuanschaffungen von Dieselbussen mehr.
Die Unterschiede zwischen den Städten sind groß, heißt es in der DUH-Studie. In den Vorreiterstädten Mannheim, Freiburg und Karlsruhe fahren über die Hälfte der Busse elektrisch mit Batterieantrieb. In Augsburg, Essen, Wuppertal, Krefeld und Magdeburg ist dagegen noch kein einziger E-Bus unterwegs.
DUH fordert vollständige Elektrifizierung bis 2030
Die DUH kritisiert, dass die Bundesregierung die E-Bus-Förderung in diesem Jahr um zwei Drittel kürzt. Angesichts der ab 2030 deutlich verschärften Luftreinhaltevorschriften in der Europäischen Union sehen die Umweltschützer die Notwendigkeit einer beschleunigten Ausmusterung insbesondere der alten und besonders schmutzigen Dieselbusse.
„Dieselbusse werden in der Regel länger als zehn Jahre im Nahverkehr betrieben. Städte, die bis 2030 neue Verbrennerbusse beschaffen, verschieben den Abschied von fossilen Antrieben so bis in die 2040er Jahre“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Die kommunalen Verkehrsbetriebe müssten den Neukauf von Verbrennerbussen stoppen und ihre Busflotten bis 2030 vollständig elektrifizieren. Technisch geeignete Dieselbusse ließen sich inzwischen auch auf Elektroantrieb umrüsten.