Die Rostocker Bürgerschaft hat am Donnerstag mehrere Anträge der CDU- und FDP-Fraktionen zur Wohnbauentwicklung abgelehnt. Die Stadtverwaltung verwies in der Debatte auf ihre Strategie der Innenentwicklung, auf bestehende Planungsprojekte und die Auslastung der Fachämter.
CDU wollte Potenzialflächen prüfen lassen
Die CDU hatte eine ergebnisoffene Prüfung städtebaulicher Potenzialflächen für künftigen Wohnungsbau beantragt. Fraktionsvertreter Chris Günther betonte: „Es geht uns nicht um eine sofortige Bebauung – wir beantragen lediglich eine ergebnisoffene Prüfung.“ Eine fachliche Bewertung zu Eignung, Erschließung und ökologischen Rahmenbedingungen sei die Absicht. Man könne nicht ignorieren, dass Familien, die in Rostock keinen passenden Wohnraum fänden, ins Umland zögen.
SPD, Linke und Grüne lehnten ab. Zur Begründung hieß es, Priorität habe die Abarbeitung laufender Bebauungspläne in der Innenentwicklung. Zusätzliche Prüfaufträge würden die Verwaltung weiter belasten.
Die Senatorin für Stadtentwicklung, Ute Fischer-Gäde (Grüne), erklärte: „Die Verwaltung prüft Flächen systematisch und fortlaufend. Ein separater Prüfauftrag ist daher nicht erforderlich.“ Innenentwicklung biete Vorteile durch vorhandene Infrastruktur und geringere Kosten.
FDP-Wachstumsagenda scheitert
Ebenfalls abgelehnt wurde der FDP-Antrag zu einer „Wachstumsagenda Rostock 2040: Ja zu Einfamilienhäusern!“. Die FDP-Fraktionsvorsitzende der Bürgerschaft, Julia Kristin Adler, warb damit für zusätzliche Angebote für Familien, Eigentumsbildung und Grundstücksverkäufe durch die städtische Wohnungsgesellschaft.
„Wir wollen neue Bauflächen schaffen, damit Rostocker Familien ihren Traum vom eigenen Haus in Rostock verwirklichen können“, sagte Adler. Ein eigenes Zuhause bedeute für viele Menschen Sicherheit, Freiheit und Altersvorsorge. „Mit unserer Wachstumsagenda Rostock 2040 wollen wir Familien gewinnen, statt ihnen beim Wegziehen zuzusehen.“
Die SPD hielt dagegen, dass die Wohnungsfrage vor allem durch „bezahlbaren Geschosswohnungsbau“ zu lösen sei. Einfamilienhausgebiete verursachten höhere Flächen- und Erschließungskosten, während viele Familien sich Eigenheime angesichts gestiegener Baukosten und Zinsen kaum leisten könnten.
Zahlen zu Potenzialen
Senatorin Fischer-Gäde betonte, dass die Stadt schon viel für neue Wohnbauflächen tue. „Wir wollen die Menschen halten, und wir wollen neue Einwohnerinnen und Einwohner gewinnen“, so Fischer-Gäde. Die Senatorin bezifferte das derzeit zur Verfügung stehende Wohnungsbaupotenzial in Rostock auf etwa 8.800 Wohnungen. Rund 6.700 Wohnungen seien über Bebauungspläne gesichert, etwa 2.700 bereits bauplanungsrechtlich. Darunter seien auch rund 300 Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser. Weitere Projekte – etwa am Südring oder an der Nobelstraße – seien auf dem Weg in die Satzung beziehungsweise beschlossen.