Betrüger erbeuten über 118.000 Euro von Rostocker Praxen und Apotheken
Betrüger erbeuten 118.000 Euro in Rostock

Mit gefälschten Bankschreiben und QR-Codes haben Betrüger in Rostock Arztpraxen und Apotheken um hohe Geldbeträge gebracht. Innerhalb weniger Wochen verursachten die Täter bei den bislang bekannten Fällen einen Schaden von mehr als 118.000 Euro, wie die Polizei mitteilte. Allein zwischen dem 4. und 23. September hätten Rostocker Arztpraxen vier Fälle angezeigt. Die Tatverdächtigen erbeuteten jeweils zwischen 17.000 und 48.600 Euro.

Vorgehen der Betrüger

Die Praxen und Apotheken erhielten zunächst Post, die augenscheinlich von ihrer Bank stammte. Ein darin enthaltener QR-Code führte auf eine gefälschte, täuschend echt aussehende Bank-Website. Kurz darauf folgte ein Anruf. Dabei gaben sich die Betrüger als Bankmitarbeiter aus und behaupteten etwa, verdächtige Kontobewegungen festgestellt zu haben, etwas überprüfen oder eine Zahlung rückgängig machen zu müssen.

Die Opfer wurden dazu gebracht, Zahlungsvorgänge per TAN-App freizugeben. Dadurch konnten die Täter Überweisungen zulasten der Geschädigten auslösen.

Auffällig gut informiert

Auffällig sei, dass die Betrüger teilweise über detaillierte Informationen zu den Bankgeschäften ihrer Opfer verfügten. Auch Namen der zuständigen Bankberater könnten ihnen bekannt sein. Selbst die tatsächliche Telefonnummer der Bank werde regelmäßig auf dem Telefondisplay angezeigt.

Polizei mahnt zur Vorsicht

Die Polizei rät, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. „Beenden Sie im Zweifel das Telefonat und nehmen Sie selbstständig über eine bereits bekannte Telefonnummer Kontakt zu Ihrer Bank auf.“ QR-Codes unerwarteter Bankschreiben sollten nicht vorschnell gescannt und Zugangsdaten, TANs oder Zahlungsfreigaben nicht an vermeintliche Bankmitarbeiter weitergegeben oder auf deren Aufforderung bestätigt werden. Im Verdachtsfall sollten Bank und Polizei schnell informiert werden.