Eurofighter aus Laage trainieren vorübergehend in Polen
Eurofighter aus Laage trainieren in Polen

Anwohner am Fliegerhorst Laage können in den nächsten Wochen mit weniger Fluglärm rechnen. Wegen umfangreicher Instandsetzungsarbeiten an der Start- und Landebahn starten dort für drei Wochen keine Kampfjets. Die Ausbildung der Eurofighter-Piloten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ findet in dieser Zeit erstmals in Polen statt, wie die Luftwaffe mitteilte.

Verlegung nach Poznań

Als Ausweichstandort dient der Stützpunkt der polnischen Luftstreitkräfte in Poznań. Verlegt wurden 14 Eurofighter sowie etwa 200 bis 250 Soldaten und zivile Unterstützungskräfte. Die Wahl fiel laut Luftwaffe auch wegen der geografischen Nähe auf den polnischen Stützpunkt. Dadurch könne der personelle und logistische Aufwand erheblich reduziert werden. Ersatzteile oder Fachpersonal könnten bei Bedarf kurzfristig über den Landweg nachgeführt werden.

Der Flugbetrieb in Polen dauert bis zum 30. Oktober und war nach Angaben der Luftwaffe lange im Voraus geplant. Einschränkungen bei der Ausbildung gebe es nicht. Gemeinsam mit der polnischen Luftwaffe trainieren vor allem die fortgeschrittenen Piloten des Geschwaders. Für die in Laage verbliebenen Flugschüler wurde die fliegerische Grundausbildung so organisiert, dass sich der praktische Teil in den drei Wochen auf Simulator und Unterrichtsraum konzentriert.

Ausbildungszentrum für Eurofighter-Piloten

Im Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ werden alle Eurofighter-Piloten der Bundeswehr und des österreichischen Bundesheeres ausgebildet. Ein früherer Kommodore bezeichnete das Geschwader scherzhaft als „Eurofighter-Fahrschule“. Der Verband verfügt über 35 Kampfjets.

In die Erneuerung und Modernisierung des Stützpunktes in Mecklenburg-Vorpommern sollen bis 2040 rund eine Milliarde Euro fließen. Neben der Sanierung der Start- und Landebahn sind zahlreiche weitere Maßnahmen für den 1978 errichteten Fliegerhorst vorgesehen. Insgesamt sind in den nächsten 15 Jahren 50 Bauprojekte geplant, darunter neue Gebäude wie Schutzbauten für Kampfjets und Munitionslager.

Neue Fliegerarztpraxis errichtet

Für die medizinische Betreuung der Piloten wurde auf dem Fliegerhorst eine neue Fliegerarztpraxis für rund 12,4 Millionen Euro gebaut. Das Gebäude umfasst moderne Behandlungszimmer, Physiotherapie- und Sporträume sowie Büros für Fliegerärzte, medizinisches Fachpersonal und die Flugunfallbereitschaft.