Wegen mehrerer Geldautomaten-Sprengungen müssen sich zwei Männer aus der Region Rostock ab 8. Oktober vor dem Landgericht Rostock verantworten. Den 33 und 49 Jahre alten Beschuldigten wird unter anderem Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen und schwerer Diebstahl vorgeworfen, wie eine Sprecherin des Landgerichtes Rostock sagte.
Taten an Tankstelle und in zwei Stadtteilen
Die Taten ereigneten sich im Oktober 2025 an einem Tankstellen-Geldautomaten an der Rostocker Stadtautobahn und im Februar 2026 in den Stadtteilen Groß Klein und Lütten Klein. Im ersten Fall gelang es den Tätern nachts an der Tankstelle rund 40.000 Euro zu erbeuten, erklärte die Sprecherin. Bei den beiden folgenden Fällen im Februar – am Einkaufszentrum Klenow Tor und in Lütten Klein – gingen die Täter leer aus, richteten aber erheblichen Sachschaden an.
Beschuldigte in Untersuchungshaft
Die Fälle werden von der Stralsunder Staatsanwaltschaft bearbeitet, die als Schwerpunktbehörde für diese Art von organisierter Kriminalität in Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist. Die Beschuldigten sind wegen anderer Delikte der Polizei schon bekannt. Wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr sind beide seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft.
Fassung in Tatortnähe
Der letzte Angriff hatte sich am 23. Februar in der Nacht gegen 3 Uhr in einem Einkaufszentrum unweit der Stadtautobahn in Groß Klein ereignet. Nach Angaben der Polizei hatten die Täter eine brennbare Flüssigkeit in den Kartenschlitz des Automaten dieser Bankfiliale eingefüllt und so eine Explosion herbeigeführt. Wegen der lauten Knallgeräusche wurden Passanten aufmerksam und schlugen Alarm. Beide Männer wurden noch in Tatortnähe – am Einkaufszentrum Klenow Tor – angetroffen und gefasst. Auch ihre Wohnungen wurden durchsucht.
Eine Woche vorher sollen sie – ebenfalls in der Nacht zu Montag – einen von außen zugänglichen Geldautomaten an einem Markt in Lütten Klein auf ähnliche Art aufgesprengt haben. Hier flogen die Trümmer etliche Meter weit. Für den Prozess sind fünf Verhandlungstermine am Landgericht geplant. Ein Urteil soll am 18. Dezember fallen.