Schreie, Stöhnen, schnelle Hilfe: Im Ostseestadion Rostock haben am Samstag, 10. Oktober, rund 400 Beteiligte von Universitätsmedizin Rostock und DRK-Einheiten aus Mecklenburg-Vorpommern einen Massenanfall von Verletzten geübt. Ausgangspunkt war ein angenommener Drohnenabsturz bei einem ausverkauften Open-Air-Konzert. Geprobt wurden Erstversorgung am Ereignisort, Transport und Aufnahme in der Klinik.
Breite Palette von Fällen
Die Übung startete gegen 10 Uhr. „Binnen kurzer Zeit mussten etwa 70 Patientinnen und Patienten mit unterschiedlich schweren Verletzungen versorgt werden – von Rauchgasvergiftungen über internistische Notfälle bis zu akuten psychischen Belastungen und einzelnen chirurgischen Fällen“, wie Stefan Menzel, Pressesprecher der Universitätsmedizin erläuterte.
Die Medical Task Force des DRK errichtete am Einsatzabschnitt West einen Behandlungsplatz für 50 Patienten. Parallel wurden Sichtung, Erstbehandlung und Transportentscheidungen durchgeführt und die Klinik vorangemeldet. Personenauskunftsstellen aus dem Katastrophenschutz unterstützten die Erfassung von Betroffenen.
Reger Betrieb in der Universitätsmedizin Rostock
In der Universitätsmedizin Rostock lief der Krankenhausalarm- und Einsatzplan an. Das Personal wurde alarmiert, ankommende Patienten erneut gesichtet und auf Stationen sowie OPs verteilt. Zudem wurden Angehörige betreut und Auskünfte über Vermisste organisiert.
Und warum diese Übung? Es gebe eine „gestiegene Bedeutung der Schnittstelle zwischen Zivilschutz und Klinik bei Lagen mit vielen Verletzten“, informierte Menzel weiter. Störungen bei Strom, Netzen und Großveranstaltungen gelten im Bevölkerungsschutz mittlerweile als „realistisches Szenario“. Ein Schwerpunkt der Übung lag aber auf der gemeinsamen Übergabe zwischen Rettungsdienst und Krankenhaus.
Sicherheitsvorkehrungen und Ablauf
Aus Sicherheitsgründen kamen weder Rauch noch Pyrotechnik zum Einsatz. Alle Patientendaten der Übung waren fiktiv. Reale Notfälle und der Regelbetrieb hatten Vorrang. Auf dem Klinikgelände galten die üblichen Hygieneregeln, einzelne Bereiche blieben gesperrt.