Krawall im Friedhofsweg: Anwohner in Rostock schlagen Alarm
Krawall im Friedhofsweg: Anwohner schlagen Alarm

Im Rostocker Friedhofsweg in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) nehmen die Probleme für Anwohner erneut zu. Sie berichten von einer deutlichen Zunahme von Ruhestörungen, Vermüllung, zerbrochenen Flaschen, öffentlichem Urinieren, blockierten Hauseingängen, Auseinandersetzungen und wiederholten Polizeieinsätzen im Friedhofsweg und im Umfeld der ehemaligen Knaben-Schule. Das geht aus einer Anfrage der Fraktion FDP/Unabhängige in der Rostocker Bürgerschaft an die Stadtverwaltung hervor.

Situation im Ortsbeirat thematisiert

Auch die Polizei bestätigt eine Häufung von Vorfällen, insbesondere über die Sommermonate. Der neue Leiter des Polizeireviers Reutershagen, Felix Michaelis, gab zusammen mit einem Kollegen und einem Vertreter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) im Ortsbeirat KTV Auskunft. Ortsbeiratsvorsitzender Dr. Felix Winter (Grüne) bezeichnete den Bereich als „einen Ort des belebten Nachtlebens“.

Jugendliche und Wohnungslose im Fokus

Laut Polizei treffen sich vor allem Jugendliche multinationaler Herkunft, also auch Deutsche, zwischen 12 und 16 Jahren und Wohnungslose im Umfeld des Rewe-Marktes. Dort könnten sie sich unter der Woche bis 23.30 Uhr mit Essen oder alkoholischen Getränken versorgen. Müll, Urinieren und Lärm seien die Begleiterscheinungen. Es bleibe aber nicht dabei: „Natürlich haben wir auch Straftaten“, sagte der Polizeivertreter, darunter Diebstahl und Körperverletzung. „Das haben wir woanders auch“, so der Beamte auf die Nachfrage von Gremiumsmitglied Eckhard Brickenkamp (Linke).

KOD-Präsenz reduziert

Wegen gewalttätiger Vorfälle in den vergangenen zwei Jahren war die Polizeipräsenz am Doberaner Platz und Umgebung zu Schwerpunktzeiten verstärkt worden, auch der KOD zeigte mehr Präsenz. Diese wurde mittlerweile wieder zurückgedreht, informierte der zuständige Vertreter der Stadtverwaltung. Der Fokus liege wieder auf der Innenstadt, „weil wir gemerkt haben, dass in der Innenstadt Sachen liegen geblieben sind“. Die Kontrollrunden könnten aber kurzfristig wieder auf die KTV ausgedehnt werden.

Im vergangenen Jahr habe die Präsenz Wirkung gezeigt, auch wenn die Personen nur aus dem Bereich verdrängt wurden. Polizei und KOD hoffen auf die kühler werdenden Temperaturen, das Absperren des Areals, das aktuell als Toilette genutzt wird, oder die Verkürzung der Supermarkt-Öffnungszeiten, um die Situation zu verbessern.