OB Kröger: Antisemitismus-Anwürfe gegen Linke sind übertrieben
OB Kröger: Antisemitismus-Anwürfe gegen Linke übertrieben

Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) hält die Antisemitismus-Vorwürfe gegen ihre Partei für übertrieben. Die Debatte überschattet den Wahlerfolg der Linkspartei in Berlin.

Persönliche Einschätzung

„Als Mitglied der Linken empfinde ich die Anwürfe als übertrieben“, sagte Kröger dieser Zeitung. Als Stadtoberhaupt will sie sich mit einer Bewertung aber zurückhalten.

Gesamtgesellschaftliches Problem

Antisemitismus sei ein „gesamtgesellschaftliches Problem“, so Kröger weiter. Diese Entwicklung müsse „sehr ernst“ genommen werden. „Ich persönlich kenne in meiner Partei keine Antisemiten. Wenn wir in Rostock jüdisches Leben feiern oder aber die Erinnerungskultur bezüglich früherer Gräueltaten pflegen, waren und sind immer viele Parteimitglieder anwesend.“

Enge Beziehung zur jüdischen Gemeinde

Kröger verwies außerdem auf die „enge Beziehung“ der Hansestadt zur jüdischen Gemeinde. „Verschiedene Kultur- und Bauprojekte werden seitens der Stadt unterstützt, unterschiedliche Projekte finanziell gefördert. Die Oberbürgermeisterin nimmt persönlich an vielen Veranstaltungen im Jahreskalender jüdischen Lebens teil.“

Anhaltende Debatte in Berlin

In Berlin hält die Debatte über Antisemitismusvorwürfe gegen die Linke an. Im Zentrum stehen innerparteiliche Auseinandersetzungen um den Umgang mit palästina-solidarischen Demonstrationen, Positionen zum Nahostkonflikt sowie Vorwürfe gegen einzelne Akteure. Die Partei betont, antisemitische Positionen entschieden zurückzuweisen und innerparteiliche Klärungsprozesse fortzusetzen.