30 Schläge gegen den Kopf: Prozess um Leiche in gelber Kiste startet Ende August
Prozess um Leiche in gelber Kiste startet Ende August

Ende August beginnt vor dem Landgericht Rostock der Prozess gegen einen 40-jährigen Deutschen wegen Totschlags. Ihm wird vorgeworfen, einen 44-jährigen Polen mit 30 Schlägen gegen den Kopf getötet zu haben. Die Leiche war Ende Februar in einem Waldstück in der Rostocker Südstadt in einer gelben Kiste gefunden worden.

Leiche in gelber Kiste entdeckt

Die Fundsituation war ungewöhnlich: Die Leiche lag in einer auffälligen gelben Kiste, die auf einem Gestell mit Rädern montiert war. Das Waldstück an der Albert-Einstein-Straße wird häufig von Hundebesitzern genutzt. Die Kriminalpolizei untersuchte den Tatort und suchte in den folgenden Monaten immer wieder nach Zeugen.

Zunächst war unklar, wer das Opfer war. Durch weitere Untersuchungen, darunter eine daktyloskopische Prüfung von Finger-, Handflächen- und Fußabdrücken, konnten die Ermittler die Identität feststellen. Das Opfer war ein 44-jähriger Pole, der in Stargard geboren wurde und sich überwiegend in Rostock aufgehalten hatte.

Verdächtiger schnell festgenommen

Schon bald nach dem Leichenfund konnte dank Zeugenaussagen ein 40-jähriger Deutscher als Tatverdächtiger festgenommen werden. Er kam in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen Martin T. soll am 27. August vor dem Landgericht Rostock beginnen. Bis zum 9. Oktober sind Hauptverhandlungstage angesetzt.

Zwischen der Tat und dem Leichenfund sollen mehr als dreieinhalb Monate vergangen sein. Die Auseinandersetzung soll sich laut Anklage am 10. oder 11. November 2025 ereignet haben. Die Leiche soll bis zum 28. Februar versteckt worden sein.

Opfer soll versucht haben, den Angeklagten zu berauben

Nach Angaben einer Sprecherin des Landgerichts soll der Geschädigte versucht haben, den Angeklagten zu berauben, um an Drogen zu kommen. Das Opfer habe eine Eisenstange geführt. Der Angeklagte habe ihm die Stange entrissen und ihn dann mit einem hammerähnlichen Gegenstand getötet. 30-mal soll er gezielt gegen den Kopf geschlagen haben, was zur massiven Zertrümmerung des Schädels führte. Den Tod des Opfers habe er zumindest billigend in Kauf genommen.

Die tödliche Auseinandersetzung soll in einer nahen Kleingartenanlage zwischen Albert-Einstein-Straße und Pulverturm stattgefunden haben. Der Fundort der Leiche war demnach nicht der Tatort. Die Strecke zwischen beiden Orten beträgt laut Online-Navigation etwa 450 Meter.

Angeklagter schweigt bisher

Eine Einlassung zu den Vorwürfen gab es vom Angeklagten bislang nicht. Der 40-Jährige soll bereits wegen Betäubungsmittel- und Vermögensdelikten vorbestraft sein. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.