Am Mittwochmorgen, 21. Oktober, ist ein traditionsreiches Segelschiff in der Unterwarnow im Rostocker Stadthafen gesunken. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an, die Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Vorfall hätte schlimmer enden können: Der Havarist war an einem zweiten Schiff vertäut, das bereits stark in Schieflage geriet.
Holzsegler seit 2021 in Rostock
Bei dem gesunkenen Schiff handelt es sich um den Weltreisen-Holzsegler „Maranatha“. Die hölzerne Brigantine mit einer Rumpflänge von 27 Metern und einer Gesamtlänge von 34 Metern wurde von einer ostholsteinischen Familie in jahrelanger Eigenarbeit von 1984 bis 1991 erbaut. Nach einer Weltreise lag der markante Holzsegler 16 Jahre lang im Lübecker Hafen, bevor er 2021 verkauft wurde und seinen neuen Heimathafen in Rostock fand.
Einsatz mit Ölsperren und Strafanzeige
Die Einsatzkräfte wurden kurz nach 8 Uhr alarmiert. Als sie in der Neptunallee in direkter Nähe zum Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eintrafen, ragten nur noch wenige Teile des Schiffes aus dem Wasser. Öldosen schwammen bereits an der Wasseroberfläche. Neben rund 20 Beamten der Berufsfeuerwehr war auch die Wasserschutzpolizei am Unglücksort.
Petra Kieckhöfer, Pressesprecherin der Wasserschutzpolizei, bestätigte den Vorfall. Nach ihren Angaben wurde eine Strafanzeige gegen den 52-jährigen Schiffseigentümer wegen Gewässerverunreinigung gestellt. Augenscheinlich traten Schmierstoffe wie Diesel in die Unterwarnow aus. Die Feuerwehr legte Ölsperren auf das Wasser, um eine weitere Ausbreitung der Verschmutzung zu verhindern. Die Ursache des Sinkens steht noch nicht fest und muss ermittelt werden.
Zweites Schiff in Schieflage
Der Eigentümer kümmert sich nun um die Bergung des auf Grund liegenden Segelschiffes. Das zweite Schiff, das mit dem sinkenden Segler über Taue verbunden war, befand sich bereits in akuter Schieflage und konnte nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr gerettet werden.