Urteil in Neubrandenburg: 1800 Euro Strafe nach Bus-Demolierung
Urteil: 1800 Euro Strafe nach Bus-Demolierung

Das Amtsgericht Neubrandenburg hat einen 29-jährigen Mann aus der Vier-Tore-Stadt wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und schweren Diebstahls verurteilt. Der Mann hatte im Prozess über seinen Anwalt Thomas Weichelt ein Geständnis abgelegt. Die Tat liegt zweieinhalb Jahre zurück.

Abkürzung über den Betriebshof

Der Angeklagte und ein mutmaßlicher Mittäter waren laut Geständnis am 8. April 2024 abends vom Datzeberg im Norden der Stadt zur Oststadt unterwegs. Man habe nur eine Abkürzung nehmen wollen, sagte Anwalt Weichelt vor einer Gruppe von Schülern, die eine Strafverhandlung besuchten. Vorher habe man reichlich Alkohol getrunken.

Die Täter stiegen mit Hilfe eines Stuhls über den nicht sehr hohen Betriebszaun aus Metall und brachen nacheinander die Türen von drei Bussen auf. Im ersten Bus wurde eine Kasse geknackt, die aber leer war.

Schäden an mehreren Bussen

Im zweiten Bus schlugen die Männer mit einem Nothammer Fenster und einen Spiegel kaputt, außerdem wurde die Lenksäule beschädigt. „Mein Mandant hat damals Busfahrer gespielt“, sagte der Anwalt. Der Angeklagte nickte dazu, meinte nur, er könne sich nicht mehr so genau an die Situation erinnern. Im dritten attackierten Bus wurde ebenfalls ein Anbauteil zerstört.

Die Täter konnten anfangs nicht sofort aufgespürt werden, denn die Aufnahmen der Überwachungskameras waren wohl nicht genau genug. Doch die Ermittler fanden Blutspuren, die sie auf die Spur des Angeklagten brachten. Der 29-Jährige hat bereits eine gewisse kriminelle Karriere hinter sich, sein Register weist 13 Vorstrafen auf.

Geldstrafe unter Forderung der Staatsanwaltschaft

Richterin Iris Hagedorn verhängte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 20 Euro, also 1800 Euro, angepasst an das Einkommen des Mannes. Der Angeklagte lebt vom Bürgergeld. Die Staatsanwaltschaft hatte 90 Tagessätze zu je 30 Euro gefordert. Der Verteidiger war mit dem Urteil einverstanden.

Das Busunternehmen soll den Schaden von rund 20.000 Euro bereits von der zuständigen Versicherung ersetzt bekommen haben. Diese könnte sich ihrerseits dafür nun an den Verurteilten halten. Der 29-Jährige, der sich nun weiter bessern will, nannte seinen Komplizen auch in der Gerichtsverhandlung nicht.