Warnemünde pocht auf Erhalt der Tourismuszentrale in der Vogtei
Warnemünde pocht auf Erhalt der Vogtei

Warnemünde fordert den Erhalt der Tourismuszentrale am bisherigen Standort in der Vogtei im Seebad. Hintergrund sind die Planungen der Hansestadt, die Tourismus- und Veranstaltungsstrukturen zu fusionieren, das sogenannte Feinkonzept. Im Ortsbeirat Warnemünde befürchtet man, dass dadurch Stellen wegfallen könnten und die touristische Leistungsfähigkeit des Standorts reduziert wird.

Abbau von 70 auf 43 Stellen bis 2035

Bis 2035 sei von einer Reduzierung auf rund 43 Stellen die Rede, ausgehend von etwa 70, warnte CDU-Ortsbeiratsmitglied Jann-Henning Krause bei der Sitzung am vergangenen Dienstag. Tourismus- und Destinationsmanagement sei aber „immer mit Menschen verbunden“, so Krause. Man sorge sich weniger um Tariffragen als um die „Leistungsfähigkeit vor Ort“ – von Sondernutzungsregelungen über Trauungen in der Vogtei bis zur Organisation von Rettungsschwimmern und Sonderveranstaltungen. „Ich sehe im Feinkonzept bisher keine ausreichenden Sicherheiten für die Präsenz und Betreuung im Seebad.“

André Beutel (zentrale Steuerung der Stadt) und Oliver Fudickar (Geschäftsführer Stadthalle/Messe) versuchten als Gäste die Zweifel auszuräumen. Beutel betonte, Ziel der Neuordnung sei es, die bestehenden Leistungen zu erhalten, Beschäftigte zu sichern und niemanden schlechterzustellen. „Es gibt keine steuerlichen Hürden“, sagte er. Die angestrebte Personalreduzierung solle ausschließlich durch das Nicht-Nachbesetzen nach Renteneintritten erfolgen, bei gleichbleibender Leistung.

„Wasserkopf in den eigenen Betrieben senken“

Fudickar verwies auf die Entstehung des Feinkonzepts in enger Abstimmung mit Tourismuszentrale, Tourismusverein und weiteren Akteuren. Die zunächst geprüfte „Variante 1“ – Zusammenlegung des Veranstaltungsmanagements ohne umfassende Strukturänderung – habe keine breite Unterstützung gefunden. Der aktuelle Vorschlag sehe vor, Tourismus und Veranstaltungen gemeinsam zu denken und „Synergien zu nutzen“. Warnemünde bleibe dabei touristischer Schwerpunkt: „Es gibt keinen Punkt im Feinkonzept, der die Aufgabe der Vogtei oder der Touristeninformation in Warnemünde vorsieht“, so Fudickar. Er sagte allerdings auch, es sei wichtig „den Wasserkopf in den eigenen Betrieben zu senken“.

Der Ortsbeirat machte deutlich, dass er eine Verschlankung von Strukturen grundsätzlich befürworte. Eine Eingliederung der Tourismuszentrale in eine Gesellschaft mit konkurrierenden Gesellschaftszwecken lehne man jedoch ab. „Warnemünde besitzt für den Tourismus der Hansestadt eine zentrale Bedeutung“, so Axel Tolksdorff (Rostocker Bund), der Vorsitzende des Ortsbeirats. Entscheidungswege müssten „kurz und vor Ort“ verankert sein.

Die Verwaltung hatte das Feinkonzept nach den SPD-Änderungsanträgen zurückgezogen und will es nach eigener Darstellung nachschärfen.