Die Badesaison in Rostock ist beendet – und die Wasserwacht zieht eine traurige Bilanz: An den Strandabschnitten von Warnemünde und Markgrafenheide sind in dieser Saison drei Menschen ums Leben gekommen. Das teilt die Rostocker Wasserwacht zum Ende der Sommersaison auf Nachfrage mit. Zwei Todesfälle in Markgrafenheide standen demnach im Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen, in Warnemünde ertrank eine Person.
Warnhinweise werden ignoriert
Die Rettungskräfte beobachten, dass Warnhinweise am Strand häufig ignoriert werden. „Das wiederkehrende Muster ist also, dass Gefahren teilweise unterschätzt oder Warnungen bewusst ignoriert werden“, erklärt die Wasserwacht. Besonders das Baden bei roter Flagge sorge immer wieder für gefährliche Situationen. Auch das Badeverbot an der Mole in Warnemünde werde regelmäßig missachtet. Dort können Strömungen und Wellengang Schwimmer schnell in Not bringen.
Wachdienst wird reduziert
Mit dem Ende der offiziellen Badesaison am zurückliegenden Wochenende wird nun auch der reguläre Wachdienst reduziert. Die mobilen Rettungstürme in Warnemünde sind bereits im Winterlager. Turm 1 folgt in den kommenden Tagen. Zudem ist Turm 3 nicht mehr besetzt. In Markgrafenheide ist der Hauptturm noch bis Ende der Woche besetzt. Danach gilt mehr Eigenverantwortung. Im Notfall ist weiterhin die 112 zu wählen.
Vorsicht auch im September
Auch im Rest-September ist Vorsicht geboten. Selbst bei normalem Wellengang und besonders bei wechselhaftem Wetter können sich die Bedingungen in der Ostsee rasch ändern. Die Wasserwacht rät, die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen und auf das Baden zu verzichten, wenn die Lage unklar ist. Grundsätzlich sollte niemand allein baden. „Es sollte immer jemand dabei sein, der im Notfall Hilfe holen kann.“
Ob die Saison überdurchschnittlich viele Einsätze brachte, ist laut Wasserwacht noch offen. Die Auswertung der Turmbücher stehe nach Saisonende an. Nach bisheriger Einschätzung bewegen sich die Zahlen in einem „ähnlichen Rahmen wie im Vorjahr“. Auffällig seien zahlreiche Einsätze an sehr heißen Tagen gewesen – unter anderem wegen „thermischer Verletzungen und Erkrankungen“.