Empor-Legende Hans-Georg Jaunich wird 75: Olympiasieger und Europapokalsieger
Empor-Legende Jaunich wird 75: Olympiasieger und Europapokalsieger

Handball-Olympiasieger Hans-Georg Jaunich feiert am Sonntag, 18. Oktober, seinen 75. Geburtstag. Der gebürtige Schwaaner wurde 1980 in Moskau Olympiasieger und gewann 1982 mit dem SC Empor Rostock im dritten Anlauf den Europapokal der Pokalsieger sowie die Europameisterschaft der Vereinsmannschaften. Dazu kommen die DDR-Meistertitel von 1973 und 1978.

Eine Karriere mit Höhen und Tiefen

Jaunich, der als Rechtsaußen und im Rückraum spielte, musste sich seine Erfolge hart erarbeiten. „Erfolge muss man einordnen, stets auf dem Teppich bleiben und nicht abheben. Bei Enttäuschungen ist Ursachenforschung zu betreiben, gegen den Missstand anzukämpfen. Nur so kann wieder gestärkt der richtige Weg gefunden werden“, sagt der 16-fache Nationalspieler.

Den Olympiasieg 1980 in Moskau erlebte er als Einwechsler. Die Partie im Sportpalast Sokolniki gegen die UdSSR ist ihm bis heute präsent: „In doppelter Unterzahl führten wir in der Verlängerung 23:22. Konter der Sowjets. Der Karschakewitsch scheitert frei an Wieland Schmidt. ‚Willi‘ lenkt den Ball mit dem Unterarm an die Latte – Schlusspfiff. Wie eine Rakete bin ich von der Wechselbank hochgeschossen.“

Erfolge mit Empor und als Trainer

Die Erfolge von 1982 über Dukla Prag (14:17/22:18) und Honved Budapest (31:27) nach zweimaliger Verlängerung bezeichnet Jaunich als „die Krönung meiner Laufbahn“. Unter den Trainern Heinz Strauch und Peter Randt habe das Team „ein durch dick und dünn gehendes Team“ gebildet.

Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Jaunich als Pädagoge am Sportgymnasium Schwerin, wo er bis zum Renteneintritt lehrte. Im Jugendbereich war er bei der BSG Post – heute Mecklenburger Stiere – als Trainer tätig. Von 1998 bis 2008 bildete er an der Seite von Wolfgang Sommerfeld als DHB-Nachwuchs-Coach zahlreiche spätere Weltmeister und Olympia-Medaillengewinner aus, darunter Uwe Gensheimer, Johannes Bitter, Holger Glandorf, Steffen Weinhold und Martin Strobel.

Rückkehr zu Empor und Engagement im Alter

Im November 2016 übernahm Jaunich als „Feuerwehrmann“ den HC Empor nach der Entlassung von Aaron Zierke. Der Abstieg aus der 2. Bundesliga konnte nicht verhindert werden. „Das war ein Himmelfahrtskommando“, sagt er. „Das blau-gelbe Empor-Blut in den Adern stellte ich mich der schweren Aufgabe.“

Noch mit über 70 Jahren stand Jaunich im Empor-Jugendbereich und als MV-Landestrainer an der Seitenlinie. „Einmal Empor, immer Empor“, sagt er. Seine Anwesenheit bei Heimspielen liegt fast bei 100 Prozent. „Das Empor-Gen werde ich nicht los. Wenn der Deckel drauf ist, dann eben aus anderer Perspektive“, erklärt der Jubilar.