Gastro-Duo in Warnemünde: Bürokratie nervt die Restaurant-Macher
Gastro-Duo in Warnemünde: Bürokratie nervt

Seit 2016 betreiben Jan Krugmann (39) und Michael Brügmann (37) Restaurants in Warnemünde. Inzwischen gehören ihnen vier Restaurants an der Mühlenstraße – „Carls“, „Al Mulino“, „fabelhaft“ und „K25“ – sowie ein Café. In Spitzenzeiten beschäftigen sie rund 70 Mitarbeiter. Doch die beiden Geschäftsleute klagen über zu viel Bürokratie an der Ostsee.

Streit um Naturdenkmal-Status der Mühlenstraße

Emotional wurde es zuletzt bei der Diskussion um die Mühlenstraße. Eine Initiative wollte die Prachtstraße zum „Naturdenkmal“ ernennen lassen. Das hätte Außengastronomie, Reparaturen und andere Veränderungen für die Gastronomen drastisch erschwert.

„Wir haben nichts gegen Bäume. Sie gehören zu Warnemünde“, sagt Brügmann. Doch der Vorstoß sei zu weit gegangen – auch weil die Restaurants regelmäßig beliefert werden müssen. Die Initiative hat ihren Antrag inzwischen zurückgezogen. Das Duo hat dennoch ein Schreiben an die Stadtverwaltung aufgesetzt, um Rechts- und Planungssicherheit zu bekommen.

Genehmigungen und Bauarbeiten als Hürden

Immer wieder stoßen die beiden auf behördliche Hindernisse. „Tische, Stühle und Bänke müssen regelmäßig über Sondernutzungen genehmigt werden“, erklärt Brügmann. Auch ein Weihnachtsbaum vor dem Restaurant oder eine Pergola für die Terrasse erfordern Genehmigungen. „Für alles gibt es Vorgaben, die sich mit dem modernen Restaurant-Management eigentlich nicht verbinden lassen“, sagt Krugmann.

Dazu kommen Bauarbeiten, die den Gewerbetreibenden unzureichend kommuniziert würden. Besonders der Lieferverkehr sei betroffen, da die Nebenstraßen eng und für größere Fahrzeuge kaum geeignet seien.

Wunsch nach Pragmatismus und Parkhaus

Positiv erinnern sich die beiden an ein Gespräch mit dem früheren Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne), der ihnen bei der Nutzungserlaubnis der Außenflächen entgegenkam. „Wir brauchen mehr solchen Pragmatismus“, sagt Krugmann.

Beim Verkehr haben sie eine eigene Vorstellung: „Ein großes Parkhaus am Ortseingang könnte helfen“, so Krugmann, „dazu ein Shuttleverkehr mit kurzen Takten“ – wie aus touristischen Regionen in Österreich bekannt. Auf die Frage, ob sie sich auch woanders gastronomisch engagieren könnten, antworten beide: „Auf jeden Fall.“