Hafendommel in Winterpause: Neustart mit Firmen-Events und Politikformaten
Hafendommel in Winterpause: Neustart mit Firmen-Events

Die Hafendommel am Rostocker Stadthafen ist in die Winterpause gegangen. Ende September wurden die Bar-Container abtransportiert, die Ware eingelagert und der Betrieb eingestellt. Samuel Drews, Co-Geschäftsführer neben Sascha Hofmann und Barleiterin Helene Nozon, zieht eine ehrliche Bilanz der Saison.

Intensive Saison mit Höhepunkten

Als Höhepunkt der Saison nennt Drews die Verlängerung des Hanse-Sail-„Achterdecks“ um drei Themenwochen: eine stille Woche, eine Demokratiewoche und eine Nachbarschaftswoche. Das Angebot reichte von Bürgerbrunch über Silentdisco, einer Disco mit Kopfhörern, bis zu einer inklusiven Party, Vorträgen und einem Motz-Telefon. Einige Veranstaltungen organisierte die Hafendommel selbst, andere wurden von Initiativen an das Team herangetragen.

„Die Hafendommel ist ja nicht nur Gastronomie“, sagt Drews. „Wir legen Wert darauf, dass wir eben keinen Konsumzwang haben und ein Ort sind, an dem jeder kommen und eine Aktion machen kann – ohne dafür zahlen zu müssen.“ Das bringe finanzielle, organisatorische und inhaltliche Herausforderungen mit sich.

Politik-Austausch mit Bier als Eisbrecher

Die verlängerten Achterdeck-Wochen waren die Antwort des Teams auf die Frage, wie Austausch über Politik und Gesellschaft lokal im öffentlichen Raum gelingen kann. Die Hafendommel wurde Austragungsort der Politik-Gesprächsrunde „Hopfen und Haltung“. Die Rostocker Brauerei spendete Hunderte Liter Bier, das an den Ständen der eingeladenen Parteien gezapft wurde. Rund 300 Gäste nahmen teil – das blieb unter den Erwartungen, sei aber dennoch ein Erfolg gewesen, so Drews.

„Uns wurde im Nachgang gespiegelt, auch seitens der Parteien die bei ‚Hopfen und Haltung‘ mitgemacht haben, dass der Wunsch groß ist, dass ein Austausch über Politik wieder mehr im öffentlichen Raum und vor allem lokal stattfindet“, berichtet Drews. Das Team überlege, ob es solche Formate künftig selbst aktiv anbieten wolle.

Erschöpfung und Zukunftspläne

Der Marathon aus Aufbauwoche, Hanse Sail und Themenwochen ging an die Substanz: „Ich musste zum ersten Mal in meinem Leben sagen, dass ich da echt grenzwertig belastet war“, gesteht Drews. Bei einer Wiederholung im nächsten Jahr werde der Workload „definitiv klüger“ verteilt.

Die Gastro-Saison selbst lief trotz durchwachsenen Wetters gut. „Wir haben unsere Preise weitestgehend beibehalten, werden nächste Saison aber wohl nachjustieren müssen“, erklärt Drews. Um sich wetterfester zu machen, will das Team wieder verstärkt auf Firmenveranstaltungen setzen: Angebote wie die Hafenolympiade mit Tauziehen, Geschicklichkeitsspielen, Kistenstapeln und Silentdiscos sollen bis zu 100 Personen ansprechen. „Wir sind da auch weitestgehend wetterunabhängig, weil wir in diesem Jahr in neue Überdachungen investiert haben und auch noch werden“, so Drews.

Die Wiedereröffnung ist für rund um den 1. Mai 2027 geplant, wenn das Team traditionell eine erste Party veranstaltet.