Lokaljournalismus: Reporter Alexander Kalski im Einsatz in Rostock
Lokaljournalismus: Reporter Kalski im Einsatz in Rostock

Der Lokalreporter Alexander Kalski von der „Ostsee-Zeitung“ ist in Rostock unterwegs, um für einen Artikel die Meinungen von Anwohnern zur geplanten Streichung von 112 Parkplätzen einzufangen. Die Stadt begründet den Schritt mit dem Schutz alter Bäume, deren Wurzeln durch parkende Autos geschädigt werden. Im Viertel sorgt das für Frust, da Parkplätze ohnehin knapp sind.

Nähe als Berufsprinzip

Kalski spricht an diesem Vormittag in der Kröpeliner Torvorstadt Dutzende Passanten an. Eine Frau reagiert deutlich: „Ja, die ist beschissen.“ Sie habe ihr Auto wegen der angespannten Parkplatzsituation verkauft. Der Reporter hört zu, stellt Rückfragen und notiert Aussagen in seinem Handy. „Das Zuhören ist Teil des Jobs und sehr wichtig, weil die Leute irgendwo so eine Art Sprachrohr brauchen“, sagt Kalski. Er selbst ist Rostocker und schätzt die Nähe zu den Menschen.

„Urzelle der Demokratie“

Chefredakteur Andreas Ebel bezeichnet Lokaljournalismus als „Urzelle der Demokratie“. Ohne ihn seien Korruption und Skandale möglich. Ebel verweist auf die Herausforderungen im Printgeschäft, während die digitalen Abos jährlich um 30 Prozent wachsen. Die Redaktion wurde neu aufgestellt, mit Themenclustern und neuen Newslettern. Eine Video-Unit sei in Arbeit.

Kalski erlebt bei seiner Arbeit auch Absagen – in etwa 80 Prozent der Fälle. Trotzdem sieht er seinen Beruf als Traumjob: „Ich kann mir momentan auf jeden Fall nichts Besseres vorstellen.“