Ronja Opielka aus Templin hat ihr Ziel erreicht: Die 24-Jährige beginnt zum Wintersemester ihr Medizinstudium an der Universität Greifswald. Der Weg dorthin war lang, wie die junge Frau berichtet. „Aber ich wusste immer, dass es der richtige für mich ist.“
Vom Abitur bis zum Studienplatz
Schon vor dem Abitur stand für die Templinerin fest, dass sie Ärztin werden möchte. Entsprechend wählte sie ihre Kurse am Templiner Gymnasium, da sie sich schon immer für Naturwissenschaften interessierte. Trotz eines Abiturs mit einer Eins vor dem Komma klappte die Bewerbung um einen Studienplatz zunächst nicht. Also absolvierte sie nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr am Sana Krankenhaus in Templin und schrieb den Medizinertest, um ihre Chancen zu verbessern. Die Nachfrage war jedoch zu groß.
Die Wartezeit überbrückte Ronja als Rettungsschwimmerin in der NaturTherme Templin. Anschließend bewarb sie sich im Sana Krankenhaus Templin um eine Ausbildung und wurde angenommen. Vor Kurzem schloss sie diese an der Medizinischen Schule Uckermark (MSU) in Prenzlau als Pflegefachkraft ab – mit der Note Eins in allen fünf Prüfungen und als Jahrgangsbeste.
Interviewverfahren als Schlüssel
„Das war ganz sicher entscheidend dafür, dass es diesmal mit dem Studienplatz geklappt hat“, so Ronja. Im Februar nahm sie am Interviewverfahren der Universität Greifswald teil. Dabei ging es nicht nur um Noten, sondern auch um Eignung, Motivation und Vorerfahrung. Von 6000 Bewerbern wurden 3000 zu dem Verfahren eingeladen. Ronja Opielka gehörte zu denjenigen, die überzeugen konnten.
Die Freude war riesig – auch bei ihrer Mutter, ihren Geschwistern, ihrer Oma und ihrem Vater. „Da sind auch ein paar Tränen geflossen.“ Glückwünsche kamen auch von ehemaligen Kollegen aus dem Krankenhaus.
Praktische Erfahrungen gesammelt
Die Templinerin fühlt sich gut vorbereitet auf das Studium. Während ihrer Ausbildung arbeitete sie in verschiedenen Bereichen der Pflege und sammelte wertvolle Erfahrungen. Besonders beeindruckt hat sie der Einsatz in der Rettungsstelle des Templiner Krankenhauses, wo sie Hand in Hand mit Ärzten arbeiten konnte. „An der MSU wurden die theoretischen Lerninhalte gut vermittelt und verschiedene Lehrmethoden angewandt.“
All den MSU-Absolventen ihres Jahrgangs wünscht sie alles Gute für ihren Weg. „Man sieht sich hoffentlich wieder“, sagt sie.
Pläne für die Zukunft
Der Lebensabschnitt, der jetzt beginnt, wird sechseinhalb Jahre dauern. Ronja hat eine feste Vorstellung, was danach kommen soll: „Ich sehe mich als Ärztin in einem Krankenhaus, könnte mir aber auch vorstellen, bei ‚Ärzte ohne Grenzen‘ zu arbeiten. Ich mag es, Menschen zu helfen, ihnen etwas Gutes zu tun. Es geht mir nicht um Status oder Geld.“ Und wer weiß – vielleicht ist irgendwann auch eine eigene Praxis in Templin ein Thema.