Warnemünder Schätze: Foto von „Min Herzing“ berührt Herzen an der Ostsee
Warnemünder Schätze: Foto von „Min Herzing“ berührt

Das Heimatmuseum Warnemünde zeigt eine Dauerausstellung zur DDR-Fischverkäuferin Hedwig Anke (1902-1983), die unter dem Namen „Min Herzing“ bekannt wurde. Im Mittelpunkt steht eine Medienstation mit historischen Aufnahmen, an der Besucher die Stimme der legendären Marktfrau hören können.

Erinnerung an die Fischhändlerin bleibt lebendig

Museumsleiter Christoph Wegner präsentiert ein berührendes Foto aus ihrer Kindheit, das die kleine Hedwig mit ihren Brüdern Willi und Adolf zeigt. „Auf diese Weise halten wir die Erinnerung an die frühere Fischhändlerin ‚Min Herzing‘ lebendig“, sagt Wegner. „Es stammt aus dem Familiennachlass.“

Hedwig Anke, geborene Beust, war über Jahrzehnte auf Märkten in Rostock und Warnemünde präsent. „Sie lebte sechs Jahrzehnte nur für den Fischhandel“, heißt es in einem der gezeigten Filme. Sie verkaufte zunächst auf dem Neuen Markt in Rostock, später auch am Kirchenplatz in Warnemünde. In der Poststraße eröffnete Anfang der 1980er Jahre ein Geschäft unter dem Namen „Min Herzing“. Dort führte Margot Thielk, die vom „Glatten Aal“ nach Warnemünde kam, diese Tradition fort.

Spitzname wird zur Marke

Der Museumsfilm zeigt Anke als junge Verkäuferin und als etablierte Marktfrau. Sie schildert, wie sie nach dem Ersten Weltkrieg in den Handel einstieg, zunächst mit dem Fahrrad Fische transportierte und sich auf den Märkten durchsetzte. Ihr Spitzname „Min Herzing“ wurde zur Marke, viele Kundinnen und Kunden kannten ihren bürgerlichen Namen nicht. „Ursprünglich“, so Wegner, „war es nicht ihr Name, sondern ihre Anredeform gegenüber Käufern – egal übrigens, um wen es sich handelte.“

„Ein Verkaufswagen auf der Mittelmole trägt den Namen bis heute“, erläutert Wegner.

Weitere Familienunterlagen in Aussicht

Wegner zufolge könnten zusätzliche Familienunterlagen die Schau bald ergänzen. Ein Verwandter habe sich gemeldet und Dokumente und Fotos aus Familienbesitz angekündigt.