Immobilienpreise in Rostock steigen weiter: Bestandswohnungen teurer
Immobilienpreise in Rostock steigen weiter

Wer in Rostock eine Wohnung kaufen möchte, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Die Angebotspreise für Bestandswohnungen in der Hansestadt sind binnen eines Jahres um 1,1 Prozent gestiegen. Der Quadratmeter kostete zum Stichtag 1. September im Schnitt 3839 Euro. Das zeigt eine Auswertung des Portals immowelt, das die inserierten Angebotspreise zum 1. September 2026 mit denen vom 1. September 2025 verglichen hat.

Übergreifender Trend in Ostdeutschland

Die Analyse ordnet Rostock in einen übergreifenden Trend ein: In 74 von 76 kreisfreien Städten und Landkreisen Ostdeutschlands zogen die Preise an, im Mittel um 3,8 Prozent. Auffällig sei die Entwicklung im Umland vieler Großstädte. Rund um Rostock stiegen die Angebotspreise mit durchschnittlich 2,7 Prozent stärker als in der Stadt.

Umland rückt in den Fokus

„Viele ostdeutsche Großstädte haben in den vergangenen Jahren deutlich an Attraktivität gewonnen und entsprechend starke Preissteigerungen erlebt“, sagt immowelt-Geschäftsführer Theo Mseka. Dadurch werde der Preisabstand zum Umland für Kaufinteressenten zunehmend relevant. Gerade bei „hohen Finanzierungskosten“ könne ein „deutlich niedrigeres Preisniveau außerhalb der Kernstädte“ den Ausschlag geben. „Die stärkeren Preisanstiege in vielen Umlandkreisen deuten darauf hin, dass diese Standorte zunehmend in den Fokus von Kaufinteressenten rücken“, so Mseka weiter.

Berlin und Dresden als Ausnahmen

Dieses Muster gilt nicht nur für den Raum Rostock. In Leipzig legte das Umland laut immowelt um 5,2 Prozent zu, die Stadt kam auf plus 0,3 Prozent (2618 auf 2626 Euro pro Quadratmeter). In Magdeburg wuchsen die Umlandkreise Börde, Jerichower Land und Salzlandkreis mit durchschnittlich 4,2 Prozent schneller als die Stadt (+1,7 Prozent). Ähnlich sei die Lage in Erfurt (+2,8 Prozent gegenüber +3,9 Prozent im Umland), Cottbus (+0,2 Prozent gegenüber +2,0 Prozent) und Chemnitz (-0,9 Prozent gegenüber +1,9 Prozent). In Jena verteuerten sich Wohnungen in der Stadt um 6,5 Prozent, die angrenzenden Landkreise kamen auf +8,8 Prozent.

Lediglich in Berlin (+2,9 Prozent) und Dresden (+5,4 Prozent) verteuerten sich laut immowelt die Angebotspreise etwas stärker als im Umland (+2,2 Prozent und +4,0 Prozent). Beide Städte hätten in den vergangenen Jahren deutlich an Einwohnern gewonnen und verfügten über entsprechend „etablierte, stark nachgefragte Wohnungsmärkte“.

Die Berechnungen basieren auf immowelt.de inserierten Angeboten in ostdeutschen kreisfreien Städten und Landkreisen. Erfasst wurden Quadratmeterpreise für Bestandswohnungen (75 Quadratmeter, drei Zimmer, 1. Stock, Baujahr 1990er-Jahre) zum 1. September sowie deren Entwicklung gegenüber dem Vorjahr. Es handelt sich um Angebotspreise, nicht um tatsächliche Verkaufspreise.