Keine Böller und Raketen: Rewe-Märkte in Neubrandenburg verzichten auf Feuerwerk
Rewe-Märkte in Neubrandenburg verkaufen kein Feuerwerk

Zum kommenden Jahreswechsel werden in zwei Neubrandenburger Rewe-Märkten erstmals keine Silvesterböller und -raketen verkauft. Das betrifft die Filialen in der Oststadt und an der Neustrelitzer Straße. Inhaberin Kerstin Holz begründet den Schritt mit ihrer persönlichen Einstellung sowie Erfahrungen aus dem Vorjahr.

Nachfrage war zuletzt rückläufig

Holz, die selbst mehrere Tiere aus dem Tierschutz hält, sagt: „Die leiden total.“ Sie bezeichnet die Böllerei als „überholt und zudem wahnsinnig teuer“. Die Entscheidung für die Geschäfte sei auch von der gesunkenen Nachfrage im vergangenen Jahr beeinflusst worden. „Wir haben viel Feuerwerk übrig behalten.“

Wie viel Umsatz durch den Verzicht wegfällt, kann die Händlerin nicht beziffern. Die bisher für Feuerwerk vorgesehenen Flächen will sie künftig für andere Produkte nutzen.

Rücksicht auf Tiere, Kinder und Ältere

Den Schritt hat der Markt in einem Video in den sozialen Netzwerken angekündigt. Darin heißt es: „Diese Entscheidung haben wir ganz bewusst gefällt.“ Feuerwerk sei zwar schön anzusehen, doch Tiere, kleine Kinder und ältere Menschen könnten darunter extrem leiden.

Ganz ohne Silvesterartikel bleiben die beiden Geschäfte nicht. In kleinerem Umfang soll es weiterhin „leises Feuerwerk“ wie Tischknaller geben. Wer Raketen und Böller sucht, muss sich an andere Händler wenden.

Reaktionen in den sozialen Netzwerken

Unter den Facebook-Kommentaren zu dem Schritt überwiegt der Zuspruch. „Meine Katze & ich freuen uns“, schreibt eine Nutzerin. Andere hoffen, dass weitere Märkte nachziehen. Eine Kommentatorin sagt: „So brauche ich nicht zuzugeben, dass mich das ganze Geballere auch als Mensch stört.“

Einige Kommentatoren verweisen darauf, dass Feuerwerk auch anderswo erhältlich sei – etwa mit der Bemerkung „Dann zu Edeka“. Holz erlebt die bisherigen Reaktionen zum Großteil als positiv. Auch ihre Mitarbeiter stünden hinter dem Schritt. „Ich bin dankbar, dass die Rewe das mitbegleitet, dass wir die Wahl hatten“, lobt die Inhaberin den Konzern.

Andere Händler haben bereits verzichtet

Mit dem freiwilligen Verzicht steht Holz nicht allein. Im Stralsunder Edeka-Center Eggert in Andershof hatten sich zwei Drittel der befragten Mitarbeiter gegen den Feuerwerksverkauf ausgesprochen. Auch einzelne Rewe-Kaufleute verzichten bereits seit Jahren – so die Betreiber der beiden Rewe-Feldkamp-Märkte in Duisburg aus Umwelt- und Tierschutzgründen.

In Neubrandenburg gab es schon zum Jahreswechsel 2022/2023 einen Verkaufsverzicht: Die beiden Obi-Märkte, der zu Toom gehörende B1-Markt und der Hagebaumarkt boten damals keine Böller an. Die Reaktionen fielen weniger freundlich aus – Mitarbeiterinnen berichteten von Beschwerden und Kunden, die ohne Feuerwerk wieder umkehrten.

Holz will nun eigene Erfahrungen sammeln. Sie verweist auf die „stille Stunde“, die in ihren Märkten gut angenommen werde. Beim Feuerwerksverzicht ist sie optimistisch: „Jetzt ist ein Anfang gemacht.“