Zum Tag der Deutschen Einheit haben die Landesvertretungen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern am Sonnabend ein Jubiläum gefeiert: Seit 25 Jahren teilen sich die beiden Länder eine gemeinsame Vertretung in Berlin. Beim Tag der offenen Tür begrüßten sie Tausende Besucher mit Fischbrötchen und Spreewaldgurken.
Eine „Länder-WG“ seit 25 Jahren
„Seit 25 Jahren sind wir eine Länder-WG“, sagt Stefanie Lemke, Dienststellenleiterin der MV-Vertretung. Während viele Bundesländer eigene Landesvertretungen in Berlin haben, entschieden sich Brandenburg und MV – wie auch Niedersachsen und Schleswig-Holstein – für die kostengünstigere Variante eines gemeinsamen Baus.
Die Zusammenarbeit hat Vorteile: „Die politischen Wege sind kurz, man kann einfach mal zu den Kollegen rübergehen“, beschreibt Lemke den Arbeitsalltag, etwa bei der Vorbereitung von Bundesratssitzungen. „Uns verbindet eine starke ostdeutsche Identität.“
Kurze Wege für Politik und Begegnung
Brandenburgs Ministerin in der Staatskanzlei, Kathrin Schneider (SPD), schätzt ebenfalls die kurzen Wege. „Die Landesvertretung ist ein Ort zum Arbeiten, wo man die Sitzungen des Bundesrats vorbereitet“, sagt Schneider. „Sie ist aber auch ein Ort der Begegnung, um sich zu treffen und ins Gespräch zu kommen.“
Die Räume dienen auch für vertrauliche Treffen der Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) und Manuela Schwesig (SPD). Auch die ersten Gespräche von Woidke und Sahra Wagenknecht vor der gescheiterten SPD-BSW-Koalition sollen dort stattgefunden haben.
Vom Wunsch zur gemeinsamen Lösung
Ursprünglich wollte MV gar keine eigene Vertretung in Berlin, sondern aus Schwerin zum Bundesrat anreisen, erinnert sich die aus Greifswald stammende Architektin Margret Böthig vom Büro „Gerkan, Marg und Partner“ (gmp). Der frühere Staatssekretär Tilo Braune (SPD) leitete den Kurswechsel ein.
Die Handschrift der Architekten, zu deren Werken auch der BER, der Flughafen Tegel und der Berliner Hauptbahnhof gehören, ist im gemeinsamen Bau spürbar: klare Linien, raumhohe Glasfenster, dunkles Holz. „Die strukturelle Ordnung ist Teil der Philosophie unseres Büros“, sagt Böthig. Im Atrium fühlt man sich an den Berliner Flughafen erinnert – nur dass es beim Bau an den Ministergärten deutlich weniger Probleme gab als später mit dem BER.