Nieselregen und Windböen empfingen den neuen Cheftrainer André Breitenreiter beim FC Hansa Rostock. Um 10.58 Uhr betrat er den Trainingsplatz und grüßte mit einem freundlichen „Moin“ in die Runde.
Erfahrung mit Nordwetter
„Ich war vier Jahre lang als Spieler in Kiel. Daher bin ich es gewohnt, Regen und Wind um die Ohren zu bekommen. Rostock ist eine tolle Stadt. Es ist fantastisch hier und die Menschen lechzen nach Fußball“, sagte der 52-Jährige bei seiner Vorstellung.
Breitenreiter zeigte sich offen, ehrlich und nahbar. Er will Aufbruchstimmung erzeugen und alle im und um den Verein herum mitnehmen. Ein Unterschied zu einigen seiner Vorgänger fällt auf: Man kauft es ihm ab.
Warum Hansa? Der Trainer erklärt
„Ich habe gar keinen Punkt gefunden, der gegen Hansa Rostock gesprochen hat. Man entwickelt ein gewisses Bauchgefühl, da war kein Grummeln zu erkennen. Die Chemie, das Zwischenmenschliche haben mich überzeugt. Und ich weiß, dass man hier bewegen kann, wenn man erfolgreich ist. Das ist ein großer Reiz für mich.“
Seine Vita liest sich beeindruckend. Das weiß der 52-Jährige. Dennoch blickt er lieber nach vorn. „Ich bin Meister in der Schweiz geworden, zweimal in die 1. Bundesliga aufgestiegen und habe mit Schalke Europapokal gespielt. Doch Vergangenheit schießt keine Tore und sichert keine Punkte – auch Tradition nicht. Sondern man muss sich diese Dinge erarbeiten. Es ist wichtig, dass man auf die Mannschaft zugeht, Vertrauen und Sicherheit gibt, verlässlich ist. Wir haben gemeinsam Ambitionen, wollen gemeinsam in die gleiche Richtung gehen. Es ist niemals eine One-Man-Show.“
„Für mich spielt die Zahl vor der Liga keine Rolle“
Der gebürtige Niedersachse (in Langenhagen bei Hannover) arbeitete bislang noch nie in der 3. Liga. „Für mich spielt die Zahl vor der Liga keine Rolle. Es geht um Ambitionen, um Perspektive und um Größe. Es ist für mich eine besondere Motivation in einem Traditionsverein mit Strahlkraft, mit Wucht, mit Energie und mit Menschen mit Herzen am richtigen Fleck zusammenzuarbeiten“, so der Coach.
Mit dem Druck des ersehnten Zweitliga-Aufstiegs kann Breitenreiter umgehen. „Druck kann zu maximaler Leistung führen, wenn man es gut umsetzt. Ich bin kein Verwalter, sondern möchte ambitioniert arbeiten. Der Verein ist ambitioniert aufgestellt, hat ambitionierte Ziele. Im Fußball ist man immer einem gewissen Druck ausgesetzt. Man muss lernen, ihn für sich zu nutzen.“
Erster Eindruck vom Team
Vom ersten Kennenlernen mit der Mannschaft war André Breitenreiter begeistert: „Um es zusammenzufassen: Das war so gut. Es waren für mich schon die ersten drei Punkte. Bei allem, was ein Trainerwechsel mit sich bringt, ist hier nicht alles schlecht. Es gibt auch viele gute Dinge. Es ist eine Mannschaft auf dem Platz, die möchte.“
Ein bestimmtes System sei ihm nicht wichtig, vielmehr möchte er die Spieler in ihre besten Positionen bringen. „Mit Paderborn sind wir im 4-2-3-1 aufgestiegen, mit Hannover im 4-4-2 und Meister in der Schweiz mit einem 3-5-2 geworden. Der Kader ist gut aufgestellt. Ich sehe großes Potenzial, um erfolgreich arbeiten zu können“, so André Breitenreiter.