150. Todestag: Neustrelitz ehrt Satiriker Adolf Glaßbrenner mit Tafeln
Neustrelitz ehrt Glaßbrenner zum 150. Todestag

Neustrelitz erinnert an den Satiriker und Demokraten Adolf Glaßbrenner (1810–1876), der zeitweise in der Residenzstadt lebte. Zum 150. Todestag am 25. September werden an seinem damaligen Wohnhaus Tafeln enthüllt, die an diese Episode erinnern. Die Feierlichkeiten beginnen bereits am Vorabend mit einem Programm im Kulturquartier.

Programm am Vorabend im Kulturquartier

Am Donnerstag, dem 24. September, werden Adolf Glaßbrenner und seine Ehefrau Adele Glaßbrenner-Peroni ab 19 Uhr mit einem Programm im Kulturquartier geehrt. Der Glaßbrenner-Forscher Olaf Briese hält einen Vortrag mit dem Titel „Dennoch glückliche Tage“. Ab 20 Uhr tragen die Schauspieler Katha Hoffmann und Felix Erdmann, die dem Publikum aus ihrer Zeit am Neustrelitzer Theater bekannt sind, unter dem Titel „Unterm Brennglas“ satirische und andere Texte von Adolf Glaßbrenner vor.

Hintergrund: Zensur und Übersiedlung nach Neustrelitz

Die Initiatoren blicken auf die bewegte Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts zurück: „Adolf Glaßbrenner war in Berlin und darüber hinaus unter anderem mit satirischen Milieuschilderungen erfolgreich geworden.“ Seine politischen Anspielungen hätten ihm wiederholt Konflikte mit der Zensur, vorwiegend in Preußen, und schließlich eine Art Berufsverbot eingebracht. Der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung entzog er sich durch die Übersiedlung ins nichtpreußische Ausland. So kam er mit seiner Ehefrau, der erfolgreichen Schauspielerin Adele Peroni, nach Neustrelitz.

Peroni war wegen der Beziehung zu ihm vom Intendanten des Königstädtischen Theaters in Berlin gekündigt worden. Doch sie bekam 1841 ein Engagement am Neustrelitzer Theater, wo sie zu einem Star der Bühne avancierte und weiterhin in ganz Deutschland gastierte.

Wohnhaus-Tafeln am 25. September

In der Residenzstadt war Glaßbrenner schriftstellerisch sehr produktiv und journalistisch tätig. Er setzte sich, unter anderem mit seinem Freund, dem Schuldirektor Daniel Sanders (1819–1897) aus Altstrelitz, publizistisch und als Redner und Organisator für demokratische Reformen und die Einheit Deutschlands ein. Wegen seines Engagements im Umfeld der Märzrevolution 1848 wurde er 1850 aus Mecklenburg-Strelitz ausgewiesen. Bis heute ist er einer der bekanntesten Vertreter des literarischen Vormärz im deutschsprachigen Raum.

Am Freitag, dem 25. September, werden um 14 Uhr am einstigen Wohnhaus des Paares in der Glambecker Straße 29 in Anwesenheit von Bürgermeister Andreas Grund feierlich die Erinnerungstafeln enthüllt. Besucher sind herzlich willkommen.