Pasewalk in „Babylon Berlin“: Geheimnisvoller Ort aus MV wird berühmt
Pasewalk in „Babylon Berlin“: Geheimnisvoller Ort aus MV

Die ARD-Serie „Babylon Berlin“ rückt eine Kleinstadt aus Mecklenburg-Vorpommern ins Rampenlicht: Pasewalk. In der fünften und finalen Staffel, die derzeit in der Mediathek abrufbar ist, spielt das ehemalige Reservelazarett Pasewalk eine zentrale Rolle. Dort wurde Adolf Hitler im Herbst 1918 behandelt.

Kleinstadt mit besonderer Geschichte

Pasewalk liegt mit etwas mehr als 9500 Einwohnern im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern und ist damit der äußerste Nordosten Deutschlands. Die Ostsee ist nicht weit, die Grenze zu Polen liegt knapp 21 Kilometer entfernt. Überregional bekannt ist die Stadt am Ostufer der mittleren Uecker vor allem für den Flugzeugbau und die Luftfahrttechnologie.

Doch nun erlangt Pasewalk durch die Streaming-Serie der ARD außerordentliche Bekanntheit. Millionen Zuschauer sahen bereits die erste Staffel bei Sky (ab Herbst 2017) und in der ARD (ab Herbst 2018). Die Serie wurde 2018 mit dem „Bambi“ als „Beste Serie des Jahres“ sowie im selben Jahr in mehreren Kategorien mit dem „Deutschen Fernsehpreis“ ausgezeichnet. Volker Bruch (Kommissar Gereon Rath) erhielt die „Goldene Kamera“ als „Bester deutscher Schauspieler“.

Reservelazarett im Fokus der Handlung

Die fünfte Staffel behandelt die Machtergreifung der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler im Jahr 1933. In der zweiten und dritten Folge rückt ein geheimnisvoller Ort in den Fokus, den es heute nicht mehr gibt: das Reservelazarett Pasewalk. Dort wurde zwischen Oktober und November 1918 der kriegsversehrte Hitler behandelt, der am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt wurde.

In der erfundenen Handlung der Serie kommt Hitler in Kontakt mit mehreren fiktiven Charakteren. Gespielt wird er vom Schwaben Clemens Schick (geboren 1972 in Tübingen), der bereits in der „Sky“-Produktion „Das Boot“ eine prominente Rolle hatte.

Vom Schützenhaus zur Nazi-Pilgerstätte

Das Reservelazarett Pasewalk existiert schon lange nicht mehr. Im Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude zum Lazarett, davor war es ein als Schützenhaus bekanntes Hotel und Restaurant mit Tanzsaal. Während der Nazi-Herrschaft wurde der Gebäudekomplex zu einer Adolf-Hitler-Weihestätte umgebaut. Hitler ließ das Gebäude im Juni 1934 in eine Kultstätte umbauen, die zu einer regelrechten Pilgerstätte der nationalsozialistischen Bewegung wurde.

Neben dem einstigen Gelände des Schützenhauses steht heute das Lindenbad, das Freibad der MV-Kleinstadt.