ReBride in Schwerin: Gebrauchte Brautkleider für unter 1000 Euro
ReBride in Schwerin: Gebrauchte Brautkleider für unter 1000 Euro

In der Friedrichstraße 22 in Schwerin hat Janine Guschewski mit ReBride einen Laden für gebrauchte Brautkleider eröffnet. Die Kleider werden auf Kommission verkauft und kosten höchstens rund 1000 Euro. Die Idee entstand aus ihrer eigenen Erfahrung als Braut.

Ein zweites Leben für Brautkleider

Janine Guschewski nimmt nur Kleider an, deren Saum, Nähte und Reißverschluss in gutem Zustand sind. Die ehemalige Braut gibt ihr Kleid ab, gemeinsam wird ein Verkaufspreis vereinbart. Findet sich eine neue Besitzerin, erhalten beide Seiten ihren vorher festgelegten Anteil. Rund 30 Kleider hatte Guschewski bereits zum Start im Bestand, weitere sind angekündigt.

Einige Kleider wurden nur einmal getragen, andere sind sogar noch ungetragen und haben ihre ursprünglichen Etiketten. Preislich sollen die Kleider bei höchstens rund 1000 Euro liegen, viele kosten weniger. Gerade bei Modellen, für die ursprünglich 2000 oder 2500 Euro bezahlt wurden, kann die Ersparnis groß sein.

Idee aus Hamburg nach Schwerin geholt

Vor drei Jahren heiratete Guschewski selbst und gab viel Geld für ihr Brautkleid aus. Danach hing es im Schrank. „Was mache ich denn jetzt damit?“, fragte sie sich. Ihre Schwester hatte ihr Kleid in einem nachhaltigen Brautmodengeschäft in Hamburg gekauft. Guschewski gefiel das Konzept. „Ich dachte: Cool, das wäre es doch für Schwerin.“

Vor rund einem Jahr wurde aus der Idee langsam Realität: Guschewski bewarb sich beim Wettbewerb „Erfolgsraum Altstadt“ und gewann. Die 46-Jährige kennt Schwerin gut. Hier geboren, zog sie nach der Wende mit ihrer Familie nach Hamburg, lebte später in Frankfurt am Main und kehrte schließlich mit ihrem Mann – ebenfalls einem Schweriner – in die Heimat zurück.

Anprobe als Erlebnis

Für zukünftige Bräute soll ReBride einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Kauf im Internet haben: Sie können die Kleider anfassen, anprobieren und sehen, wie sie tatsächlich sitzen. Vor einem Termin fragt Guschewski nach der benötigten Größe und stellt passende Modelle zusammen. Rund anderthalb Stunden plant sie für eine Anprobe ein. Bei Änderungswünschen kann sie Kontakte zu Schneidereien vermitteln.

Mit Sitzecke, Musik, Begleitung und ausreichend Zeit soll auch die Suche nach einem Secondhand-Brautkleid zum Erlebnis werden. „Mir ist wirklich wichtig, dass die Braut weiß, dass wir hier nicht so dieser klassische Secondhand-Store sind“, sagt sie. Anproben gibt es nach Vereinbarung, zusätzlich ist einmal im Monat ein offener Samstag geplant.

Für Guschewski ist ReBride zugleich die Möglichkeit, sich neben Beruf und Familie etwas Eigenes aufzubauen. „Ich habe etwas gesucht, wo ich mich noch mal so ein bisschen verwirklichen kann.“ Besonders die Begegnungen mit den Kundinnen treiben sie an: „Die Menschen sind superlieb. Alle happy, sie haben etwas Schönes als Ziel.“