Die Sitzplätze vor der Probebühne des Landestheaters in Neustrelitz waren voll besetzt. Einige Besucher mussten zusätzliche Stühle holen, andere saßen auf der Treppe. Die Organisatoren hoffen, dass dieses Theaterprojekt der Kunstschule in Zusammenarbeit mit der Nehru-Schule und dem Landestheater nicht das letzte bleibt.
Nur zehn Proben für das Stück
Für das 30-minütige Stück Ada im Wunderland waren nur zehn Proben nötig. Alexandra Kiesel, verantwortlich für Bühnenbild und Kostüme, betonte, dass es für die zehn Kinder nicht darum gegangen sei, Texte auswendig zu lernen. Sie konnten im Rahmen der Handlung improvisieren. Es gehe vor allem um eigene Ideen und die Freude am Spielen.
Die Kinder auf der Bühne kamen aus verschiedenen Schulen. Neben der Nehru-Schule waren Kinder von der Waldorfschule aus Seewalde, von der Sandberg-Schule und der Evangelischen Grundschule Neustrelitz dabei.
Die Handlung von Ada im Wunderland
In dem Stück geht es um Ada, die an einem sonnigen Tag ihre Hausaufgaben machen muss. Da erblickt sie ein Kaninchen, das plötzlich verschwindet. Trotz der Rufe ihrer Freundinnen geht Ada hinterher. In einer fremden Welt wird sie mal größer, mal wieder kleiner, dargestellt durch verschiedene Mädchen, trifft auf Menschen, die einen Nicht-Geburtstag feiern und versucht tanzende Katzen zu fangen. Zwischendurch taucht immer wieder das Kaninchen auf, fragt das Publikum, wie spät es ist, erzählt mehreren Leuten eine Geschichte oder versucht sich an einem Kartentrick.
Ein Koffer voller Herzen
Am Schluss tauchen zwei miteinander verbundene Königinnen auf. Die eine will stets die Ordnung, die andere stets die Unordnung. Nachdem ein Soldat mit Minecraft-Waffe erscheint und auch Ada sich in den Streit einschaltet, kommt noch einmal der Hase auf die Bühne und bittet alle, den Koffer zu öffnen. Das schafft aber nur Ada, denn sie hat den Schlüssel, seitdem sie dem Kaninchen gefolgt ist. Im Koffer befinden sich rote Herzen, jeder darf eins mitnehmen. Schließlich gibt es einen Knall, und hunderte Herzen fliegen auf den Bühnenboden.
Der Applaus für die Kinder war lang und laut. Eltern, Freunde und Bekannte waren dabei. Jedes Kind bekam ein Plakat von dem Stück und eine Rose. „Wir hoffen, dass es dadurch vielleicht auch andere Kinder gibt, die in Zukunft an einem solchen Projekt mitwirken wollen“, sagte Kristin Brechler, Theaterpädagogische Leiterin.