Abriss statt Rettung? Zukunft des DDR-Strandhotels in Schwerin weiter offen
Abriss statt Rettung? Zukunft des Strandhotels offen

Die Zukunft des Strandhotels Zippendorf in Schwerin bleibt weiter ungewiss. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses wurde die Frage erneut aufgeworfen – als Tagesordnungspunkt „Sonstiges“. Manfred Strauß, Vorsitzender der Fraktion Unabhängige Bürger/FDP, deutete an, der Investor könnte sich vom Projekt zurückziehen. Baudezernent Bernd Nottebaum (CDU) sagte, es gebe nichts Neues. Dennoch horchten Ausschussmitglieder und Gäste auf.

Investor: Sanierung „technisch nicht darstellbar“

Paul Howaldt, neuer Projektentwickler beim Strandhotel Zippendorf, versichert auf Anfrage unserer Redaktion, dass er an seinem Vorhaben festhalte: „Mein Ziel ist weiterhin, das Grundstück am Zippendorfer Strand zu entwickeln, unter anderem mit Wohnen und touristischer Nutzung, sodass es zum Standort passt und langfristig tragfähig ist.“ Zunächst müsse jedoch geklärt werden, was mit dem Strandhotel selbst geschehe.

Howaldt verweist auf ein Gutachten zum Bauzustand des Hotels, das zu dem Ergebnis komme, dass eine Sanierung „technisch nicht darstellbar“ sei. „Deshalb wurde im Januar der Abriss beantragt.“ Die Stadt habe daraufhin weitere Unterlagen nachgefordert, bevor sich die Denkmalbehörde abschließend äußere. Eine ergänzende Stellungnahme des Sachverständigen von Ende Juni liege der Verwaltung vor, eine Rückmeldung stehe noch aus.

Baudezernent: Hürden für einen Abriss sind hoch

Nach einer Entscheidung über den Abriss wäre der nächste Schritt der Start eines Bebauungsplanverfahrens, sagt Howaldt. Dabei sei ihm bewusst, „dass das Strandhotel für viele Schweriner mehr ist als ein Gebäude“. Er habe daher angeboten, das Hotel „gestalterisch in einem neuen Konzept wieder aufzugreifen“. „Wie das aussehen könnte und umsetzbar wäre, sollte im Gespräch mit Verwaltung und Denkmalpflege entwickelt werden.“

Baudezernent Bernd Nottebaum hat bislang stets betont, dass die eingereichten Unterlagen geprüft würden. Zugleich machte er die Position der Stadt klar: „Wir möchten, dass das Hotel erhalten bleibt.“ Die Hürden für einen Abriss seien hoch.

Pläne für Strandresort bisher nicht umgesetzt

330 Ferienwohnungen und 90 Dauerwohnungen sollten am Zippendorfer Strand in Schwerin entstehen. So sah es zuletzt das Konzept der WBG-Projektentwicklung GmbH aus dem niedersächsischen Stade für ein „Strandresort Zippendorf“ vor. Aus den Plänen ist jedoch bisher nichts geworden.

Ursprünglich wollte die WBG sogar 450 Ferienwohnungen bauen. Geschäftsführer Frank Dieckmann beugte sich der Kritik, die nicht nur aus dem Stadtteil und dem damaligen Ortsbeirat kam, sondern auch von Umweltschützern, die eine Entwertung des Landschaftsschutzgebietes Orthmannsche Wiese befürchteten.

Strandhotel war beliebtes DDR-Feriendomizil

Seit Jahren wird nach einer Lösung für das Strandhotel gesucht, das 1910 erbaut wurde und besonders zu DDR-Zeiten ein beliebtes Feriendomizil war. Interessenten kamen und gingen. Paul Howaldt will es schaffen: „Mein Interesse ist eine Lösung, die für Zippendorf und die Stadt tragfähig und umsetzbar ist“, unterstreicht der Projektentwickler.