Bahn streicht ICE-Halte in Hamburg: MV fühlt sich abgehängt
Bahn streicht ICE-Halte in Hamburg: MV fühlt sich abgehängt

Die Deutsche Bahn hat den ICE-Verkehr zwischen Mecklenburg-Vorpommern und dem Hamburger Hauptbahnhof bis mindestens Mitte Dezember ausgedünnt. Drei ICE auf der Linie Binz/Greifswald Richtung Nordrhein-Westfalen beziehungsweise Hannover halten nun nicht mehr am Hauptbahnhof, sondern bereits in Hamburg-Bergedorf. Betroffen sind unter anderem Abfahrten aus Rostock um 09.04 Uhr, 13.04 Uhr und 15.04 Uhr. Auch in der Gegenrichtung wurden Verbindungen verändert. Als Grund nannte die Bahn „interne Abläufe“.

Minister Blank: „Nicht akzeptabel“

Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Wolfgang Blank zeigte sich enttäuscht. „Die Geduld der Fahrgäste ist nach der monatelangen Sanierung der Strecke Berlin-Hamburg ziemlich aufgebraucht – meine auch. Ich erwarte von der Deutschen Bahn eine Zusicherung, dass die Streichung von Fernverkehrshalten am Hamburger Hauptbahnhof tatsächlich nur vorläufig ist“, sagte der parteilose Minister gegenüber dem Nordkurier. Jegliche Abkopplung Mecklenburg-Vorpommerns von diesem zentralen Fernverkehrsknoten sei nicht akzeptabel.

AfD kritisiert Zeitpunkt

Die AfD-Landtagsfraktion richtete scharfe Worte an den Bahnkonzern. „Mecklenburg-Vorpommern wird von der Deutschen Bahn behandelt wie das Stiefkind der Republik. Mal wird eine wichtige ICE-Verbindung infrage gestellt, dann verzögert sich die Generalsanierung und jetzt fahren ICE-Züge aus unserem Land plötzlich am Hamburger Hauptbahnhof vorbei“, betonte Stephan Reuken, verkehrspolitischer Sprecher der AfD. MV gleiche zunehmend einem Experimentierfeld. „Besonders dreist ist der Zeitpunkt, denn erst im Februar feierten Ministerpräsidentin Schwesig, Verkehrsminister Blank und Bahnchefin Evelyn Palla gemeinsam eine angeblich kundenorientierte Lösung für die ICE-Anbindung unseres Landes. Wenige Monate später folgt die nächste Hiobsbotschaft.“

Die Bahnkunden in Mecklenburg-Vorpommern hatten bereits fast ein Jahr lang unter der Vollsperrung der Strecke Berlin-Hamburg gelitten – mit verlängerten Fahrtzeiten und einem nicht immer zuverlässigen Schienenersatzverkehr. Über die Veränderungen hatte zunächst der NDR berichtet.