Die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Wenke Brüdgam, zieht für die Linke in den neu gewählten Landtag in Schwerin ein. Die 41-Jährige wurde über die Kandidatenliste der Partei ins Parlament gewählt.
Bekannt durch Fahnen-Eklat
Bekannt geworden war die Politikerin aus Tribsees, nachdem sie Ende 2025 ein Video in den sozialen Medien veröffentlichte. Darin sagte sie, dass sie eine Deutschlandfahne von einem Privathaus abgerissen habe. Damit reagierte sie auf einen Social-Media-Trend. Rechtspopulisten hatten zuvor aufgerufen, Deutschlandfahnen zu hissen, um Nationalstolz zu zelebrieren.
Die Aktion kostete Brüdgam letztlich ihre Position als Gleichstellungsbeauftragte in der Landeshauptstadt. Allerdings konnte sie von einem sogenannten Rückkehrrecht Gebrauch machen. Der damalige Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen hatte vor dem Arbeitsbeginn in Schwerin vertraglich zugesichert, sie könne auf eine Position im Rostocker Rathaus zurückkehren. Von diesem Passus machte die Politikerin Gebrauch und arbeitet seither in Rostock.
Job im Rathaus ruht
Das wird sich nun ändern: „Eine Tätigkeit in der Verwaltung ist nicht mit der Arbeit im Parlament vereinbar“, sagt Wenke Brüdgam dem NDR. Daher werde sie ihren Job in Rostock ruhen lassen. Dies gilt so lange, wie sie Teil des Parlaments ist. Die nächste Landtagswahl ist für den September 2031 angesetzt. „Ich kann meine Arbeit nach meiner Tätigkeit wieder aufnehmen“, sagt die Linken-Politikerin. Das bestätigt auch die Hansestadt Rostock. „Ob die Stelle erneut besetzt wird, ist noch nicht entschieden“, erklärt Stadtsprecher Ulrich Kunze.
Ermittlungen eingestellt
Wegen des Abreißens der Fahne muss Wenke Brüdgam nichts mehr befürchten: „Das Ermittlungsverfahren gegen Wenke Brüdgam wegen Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole ist mangels Strafbarkeit ihres Verhaltens eingestellt worden“, teilt ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft in Stralsund mit.