CDU fliegt in MV aus Landtag – Linke gewinnt Berlin-Wahl
CDU fliegt in MV aus Landtag – Linke gewinnt Berlin

Bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hat die CDU herbe Verluste erlitten. In Mecklenburg-Vorpommern verfehlte sie mit 4,9 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde und ist damit erstmals aus einem Landesparlament ausgeschieden. In Berlin musste sie sich mit 18,8 Prozent deutlich der Linken geschlagen geben, die auf 25,7 Prozent kam. Das geht aus den Ergebnissen nach Auszählung aller Wahlbezirke hervor.

AfD gewinnt in Mecklenburg-Vorpommern

Die AfD hat laut Landeswahlleitung 38,2 Prozent der Stimmen erhalten und ihr Ergebnis von vor fünf Jahren damit mehr als verdoppelt. Die SPD erreichte 35,5 Prozent, die Linke 6,5 Prozent und die Grünen 5,7 Prozent. Das BSW scheiterte mit 4,8 Prozent knapp an der Sperrklausel.

Im Schweriner Landtag erhält die AfD demnach 32 Sitze, die SPD 29, Linke und Grüne jeweils 5 Sitze. Die bisherige Koalition aus SPD und Linken hat ihre Mehrheit verloren. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) könnte jedoch mit den Grünen als drittem Partner weiterregieren, was als wahrscheinlich gilt.

Berlin: Rot-Grün-Rot zeichnet sich ab

In Berlin gewann die Linke mit 25,7 Prozent und großem Vorsprung. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und SPD (12,1 Prozent). Die regierende Koalition aus CDU und SPD hat ihre Mehrheit verloren.

Im Abgeordnetenhaus erhält die Linke 47 Sitze, die CDU 34, die AfD 29 und die SPD 22 Sitze. Die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp will neue Regierende Bürgermeisterin werden. Die Grünen, bisher in der Opposition, signalisierten bereits ihre Bereitschaft zu Verhandlungen über ein Bündnis aus Linken, Grünen und SPD. Ob die SPD mitzieht, blieb zunächst offen – ihr Spitzenkandidat Steffen Krach hatte eine von der Linken versprochene Enteignung großer Wohnungskonzerne abgelehnt.

Die Wahlbeteiligung stieg in beiden Ländern deutlich: In Mecklenburg-Vorpommern lag sie bei 78,1 Prozent, in Berlin bei 74,2 Prozent. Der Druck auf Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz dürfte weiter steigen, doch er kündigte noch am Wahlabend an, weitermachen zu wollen.