Das von der CDU Mecklenburg-Vorpommern im August vorgestellte Kompetenzteam sollte im Landtagswahlkampf mit schlechten Umfragewerten einen Wendepunkt einleiten. Fachleute aus verschiedenen Bereichen wurden als Berater präsentiert, der damalige CDU-Landeschef Daniel Peters erklärte sie alle für „ministrabel“. Nach dem Scheitern an der 5-Prozent-Hürde und Peters’ Rücktritt stellt sich die Frage, ob das Team nur ein Werbe-Gag war.
Bekannte Namen und interne Kritik
Das Kompetenzteam umfasste gewichtige Namen: Rainer Wendt, langjähriger Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Lars Schwarz, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände MV, Stefanie Tiede, Präsidentin der Zahnärztekammer MV, und Maximilian Block, Investor und Gründer aus Greifswald. Die Zusammenstellung sorgte auch für Murren in der Partei, da bereits Strukturen und ein Wahlprogramm existierten. Wendt schoss kurz darauf in Berlin gegen Kanzler Friedrich Merz.
Kaum wahrnehmbar, dann der Absturz
Vom Kompetenzteam war im Wahlkampf wenig zu hören, einzelne Mitglieder tauchten nur in Presseinformationen auf. Die CDU verfehlte mit 4,9 Prozent den Einzug in den Landtag, Peters trat als Parteichef zurück, Philipp Amthor übernahm kommissarisch. Die Experten sind weiterhin vorhanden, etwa Marko Zülske, Geschäftsführer des Polizeisportvereins Rostock und parteilos. Er hatte fast allen Parteien Unterstützung angeboten, landete dann im CDU-Team und wurde nach der großen Bühne nur einmal erneut angefragt.
Experten warten, Partei schweigt
Dietger Wille, 2. Vize-Landrat in Vorpommern-Greifswald, stand als Experte für Kommunalfinanzen bereit. Er fand die Idee richtig und war als Kopf der CDU-Arbeitsgruppe ohnehin involviert. Er hofft, dass ein neuer CDU-Landeschef das Team zurate zieht. Ein CDU-Sprecher erklärte, das Kompetenzteam sei zunächst für den Wahlkampf aufgestellt worden, der Kontakt zu den Mitgliedern bestehe weiterhin gut, da deren Fachwissen auch künftig gebraucht werde. Aus der Partei ist hingegen zu hören, dass man erst einmal andere Sorgen habe.