Gefälschte Videos, erfundene Nachrichten und manipulierte Informationen haben den Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern begleitet. Das Schweriner Innenministerium spricht von mehreren ausländischen Manipulationswellen, die darauf abzielten, politische Akteure zu diskreditieren und gesellschaftliche Konflikte zu verstärken.
Operation „Matroschka“ und betroffene Parteien
Exemplarisch nennt das Ministerium die Operation „Matryoshka“. Dabei wurden gefälschte Beiträge und Videos verbreitet, die die Optik etablierter Medien nachahmen. Bestimmte Accounts platzierten die Inhalte, Bots sorgten für Verbreitung und Sichtbarkeit. Die Kampagnen richteten sich vor allem gegen Personen von CDU und SPD. Für AfD und BSW wurden keine vergleichbaren Aktivitäten festgestellt.
Am Wahltag verbreiteten drei Accounts der Plattform X Videos, die wahrheitswidrig behaupteten, die AfD sei auf Stimmzetteln nicht aufgeführt. Betroffen waren die Wahlkreise 9, 11 und 33 – in Schwerin, im Landkreis Rostock und auf Rügen. Als Ursprung nennt das Ministerium auch ausländische Quellen.
Fake-Video über Katy Hoffmeister und Reaktionen
Im August erschien ein gefälschtes Video mit sexuellen Inhalten über die frühere Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU). Sie zeigte sich entsetzt und stellte Strafanzeige. Hoffmeister forderte, Plattformbetreiber müssten stärker in die Verantwortung genommen werden. Experten vermuteten Russland als Ursprung.
Digital- und Politikberater wie Martin Fuchs, Dozent an der Uni Passau, warnen vor den Folgen von Deepfakes. Die größte Gefahr sei nicht das manipulierte Video selbst, sondern das Grundmisstrauen, das eine Spirale von Vertrauensverlust befördere.
Fake-Video aus MV und Dunkelfeld
AfD-Landtagsabgeordneter Martin Schmidt verbreitete ein mit KI erstelltes Video, in dem Schwesig sich angeblich über eigene Inhalte lustig macht. Schmidt nannte das Werk ein „kleines Satire-Video“. SPD-Generalsekretär Julian Barlen sagte im NDR, die AfD stehe für „Trickserei, Hetze, schmutzige Attacken“. Das Video ist weiterhin online.
Das Innenministerium weist auf ein großes Dunkelfeld hin: Vieles komme nicht zur Anzeige. Manipulative Inhalte sollten nicht informieren, sondern Angst, Wut oder Unsicherheit verstärken, so die Warnung.