Der geplante Neubau des Edeka-Marktes am Kaufhof Süd in Neubrandenburg nimmt konkrete Formen an. Ein Konzept mit einem Hauptmieter und klaren Vorstellungen für das Einzelhandelsareal in zentraler Lage liegt vor. Feste Termine für Abriss, Baustart oder Eröffnung gibt es allerdings noch nicht.
Fast viermal so viel Verkaufsfläche
Der bisherige Edeka-Markt im Kaufhof Süd ist seit August 2025 geschlossen. Der neue Markt soll auf 1800 Quadratmetern Verkaufsfläche ein wesentlich größeres Angebot ermöglichen – der alte kam auf knapp 500 Quadratmeter. Die zusätzliche Fläche soll vor allem durch die Überbauung der bisherigen Innenhofparkplätze gewonnen werden.
Neben dem Lebensmittelmarkt sollen die bisherigen Angebote des Sanitätshauses, der Physiotherapie und des Friseurs erhalten bleiben, möglicherweise ergänzt durch einen Imbiss. Der Kaufhof soll damit wieder mehrere alltägliche Wege an einem Ort bündeln. Diese Funktion hat dort Tradition, bereits 1961 wurde das Einkaufszentrum eröffnet.
Parkplätze auf dem Grünstreifen
Für den Neubau wird das Gelände grundlegend umgeordnet. Parkplätze sollen auf dem Grünstreifen vor dem künftigen Eingang und dem Wohnblock Neustrelitzer Straße 21–27 entstehen. Kunden können laut Plan künftig direkt von der Neustrelitzer Straße auf das Areal fahren, eine neue Ampel ist hier wahrscheinlich. Die Anlieferung soll weiterhin über die Edgar-Andre-Straße erfolgen.
Zum Konzept gehören außerdem Ladesäulen für Elektroautos und ein Gründach auf einem kleineren Gebäude. Beim vorhandenen Grün kündigte Heiko Anker von der verantwortlichen Newtown Projektentwicklungsgesellschaft einen erheblichen Eingriff an: „Leider müssen wir fast alle Bäume fällen.“ Ersatzpflanzungen sind aber an den Parkplätzen vorgesehen.
Bürgerbeteiligung und weitere Märkte
Die Stadtvertretung hatte das Bebauungsplanverfahren im Mai 2024 eingeleitet. Aktuell entsteht ein Vorentwurf, mit dem die Bürger beteiligt werden. Auch Anwohner können dann Hinweise und Einwände einbringen. Der überarbeitete Entwurf wird erneut veröffentlicht. Vor dem abschließenden Beschluss muss die Stadtvertretung die unterschiedlichen Interessen abwägen.
Unterdessen verändert sich die Einkaufslandschaft ringsum. Seit dem 1. Oktober ist der Aldi an der Wilhelm-Külz-Straße nach knapp elf Monaten Umbau wieder geöffnet. Auch der Rewe an der Neustrelitzer Straße soll durch einen deutlich größeren Neubau ersetzt werden, eine Eröffnung ist hier für Mitte 2028 angestrebt.
Die Frage, ob die Südstadt tatsächlich drei vergrößerte Lebensmittelmärkte braucht, stellte Ausschussmitglied Jan Kuhnert (BSW/BfN). Insbesondere die beiden geplanten Vollsortimenter Edeka und Rewe stehen keine 300 Meter voneinander entfernt. „Die wirtschaftliche Tragfähigkeit ist für beide Standorte gegeben“, sagte Stadtplanungschef Frank Renner und schränkte ein: „Mehr Märkte dürfte es dann hier aber nicht geben.“