Elefanten-Selbstmedikation: Hochschule Neubrandenburg forscht mit
Elefanten-Selbstmedikation: Forschung in Neubrandenburg

Ein internationales Forschungsteam hat untersucht, ob Afrikanische Elefanten am Mount Elgon in Kenia gezielt Pflanzen zur Selbstmedikation nutzen. Die Studie wurde im Fachjournal „Scientific Reports“ veröffentlicht. Beteiligt war auch die Hochschule Neubrandenburg, die die Forschung finanziell unterstützte.

Beobachtungen aus Kenia

Menschen, die seit Jahrzehnten mit Elefanten in Kenia leben, berichten, dass die Tiere weite Wege zurücklegen und an vielen Futterpflanzen vorbeiziehen, um gezielt einen bestimmten Baum zu erreichen. Dort fressen sie Rinde oder Blätter. Die Vermutung: Die Tiere suchen bei Beschwerden gezielt nach Pflanzen, die ihnen helfen könnten.

Für die Untersuchung befragte das Team acht Menschen, die seit mehr als 20 Jahren in der Region leben oder mit den Elefanten arbeiten. Sie nannten Pflanzenarten und mineralische Ressourcen, die die Tiere ihrer Einschätzung nach bei Beschwerden nutzen. Ein Großteil dieser Ressourcen wird auch von Menschen vor Ort medizinisch verwendet.

Besonderes Verhalten bei acht Pflanzenarten

Bei acht Pflanzenarten beschrieben die Befragten ein Verhalten, das über gewöhnliches Fressen hinausgehen könnte. Kranke Elefanten hätten etwa weite Wege zu einem bestimmten Baum zurückgelegt und unterwegs nichts gefressen.

Ein Beweis für Selbstmedikation ist das noch nicht. Die Studie wertet Beobachtungen und das Wissen der Menschen vor Ort aus. Ob die ausgewählten Pflanzen den Elefanten tatsächlich helfen, muss weiter erforscht werden. Auch Berichte, wonach Mütter ihren Kälbern Pflanzenmaterial geben, wollen die Forschenden erst noch direkt dokumentieren.

Bedeutung für Forschung und Artenschutz

Der Wert der Arbeit liegt darin, zu zeigen, welche Beobachtungen sich genauer zu prüfen lohnen und welche Pflanzen und Standorte für die Elefanten wichtig sein könnten. Aus einer Frage über das Fressverhalten wird so auch eine über den Schutz ihres Lebensraums. Für die Forschung am Hochschulstandort Neubrandenburg ist es eine Fortsetzung der Arbeit, die vor einigen Jahren mit afrikanischen Heilpflanzen und Schimpansen begann.