Mit dem Herbst hat in Mecklenburg-Vorpommern die erste Erkältungswelle der Saison begonnen. Aktuell führen Coronaviren die Liste der gemeldeten Atemwegserkrankungen an, dicht gefolgt von Influenza-Erregern und dem Respiratorischen Synzytialvirus (RSV). Diese Zahlen stammen aus der wöchentlichen Berichterstattung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus), die für die Herbst-Winter-Saison wieder aufgenommen wurde.
Was die Wochenberichte zeigen
Als Akute Respiratorische Erkrankungen (ARE) gelten typische Erkältungskrankheiten wie Husten, Schnupfen oder Fieber sowie weitere Erkrankungen wie Bronchitis, Hals- oder Lungenentzündung. Ausgelöst werden können sie durch verschiedene Viren und andere Krankheitserreger. Da laut Infektionsschutzgesetz derzeit nur Influenzaviren, SARS-CoV-2 und RS-Viren meldepflichtig sind, beschränken sich die Wochenberichte auf diese drei Erreger. Zusätzlich zu den regionalen Meldedaten enthalten sie Angaben zur Altersverteilung, zur Krankheitsschwere und einen Vergleich mit früheren Jahren.
„Das ARE-Monitoring läuft von der 40. bis zur 15. Kalenderwoche des Folgejahres und umfasst damit die Zeit, in der Atemwegserkrankungen besonders häufig auftreten“, erklärt Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD). Die aktuell gemeldeten Fallzahlen bewegen sich noch auf sehr niedrigem Niveau. Allerdings bilden sie das tatsächliche Erkrankungsgeschehen nicht vollständig ab, da nicht alle Betroffenen einen Arzt aufsuchen oder sich testen lassen. „Sie sind jedoch geeignet, Trends und Veränderungen in der Verbreitung der drei Erreger zu erkennen und die aktuelle Saison mit vergangenen Saisons zu vergleichen“, ergänzt Heiko Will, Erster Direktor des Lagus.
Altersverteilung und regionale Unterschiede
Die meisten gemeldeten Corona-Fälle betreffen derzeit die Altersgruppen der 40- bis 49-Jährigen und der über 80-Jährigen. Aber auch bei Schulkindern und jungen Erwachsenen gibt es bereits Erkrankungen. Vor allem die Landkreise – mit Ausnahme von Vorpommern-Rügen – melden wachsende Fallzahlen. In den beiden kreisfreien Städten Rostock und Schwerin spielt Corona dagegen aktuell noch keine Rolle.
Während Influenza-Viren in allen Altersgruppen ab fünf Jahren auftreten, konzentrieren sich die gemeldeten RSV-Fälle fast ausschließlich auf Babys und Kleinkinder im ersten Lebensjahr. „RSV-Infektionen sind bei Säuglingen der häufigste Grund für Krankenhauseinweisungen. Gerade in den ersten sechs Monaten sind sie besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Deshalb kann es auch bei zuvor gesunden Kindern schneller zu gefährlichen Verläufen kommen“, betont Ministerin Drese.
Impfempfehlungen und aktuelle Impfquoten
Das Robert Koch-Institut empfiehlt deshalb für Säuglinge, die im April 2026 oder später geboren wurden, eine RSV-Schutzimpfung. Kinder, die früher zur Welt gekommen sind und bisher keine RSV-Prophylaxe erhalten haben, können diese bis zum ersten Geburtstag nachholen.
Auch gegen andere Atemwegserreger ist ein Impfschutz möglich – und bei der Grippe wird er zunehmend wieder genutzt. Von den Versicherten der Techniker Krankenkasse (TK) in MV hatten sich in der Saison 2025/26 etwa 43 Prozent der über 60-Jährigen impfen lassen. In dieser Altersgruppe ist mit besonders schweren Krankheitsverläufen zu rechnen. Der Wert liegt leicht über dem Bundesdurchschnitt von 40 Prozent, bleibt aber deutlich hinter den 75 Prozent zurück, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt.