Frühgeburten: Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Frühstart
Frühgeburten: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Etwa neun bis zehn Prozent aller Kinder kommen vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Nur 1,3 Prozent von ihnen sind extreme Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm. Die Helios Kliniken Schwerin beantworten die wichtigsten Fragen zum Frühstart ins Leben.

Was ist eine Frühgeburt?

Normalerweise dauert eine Schwangerschaft etwa 40 Wochen. Kommt ein Baby vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, gilt es als Frühgeborenes. Unterschieden wird nach Schwangerschaftswoche und Geburtsgewicht: Eine sehr frühe Frühgeburt liegt vor, wenn das Baby vor Ablauf von 28 Wochen geboren wird. Geburten zwischen der 28. und 33. Woche gelten als frühe Frühgeburt, zwischen der 34. und 37. Woche als späte Frühgeburt.

Ursachen und Anzeichen

Häufigste Gründe sind Entzündungen im Körper der Mutter, insbesondere bakterielle Scheideninfektionen. Auch Zahnentzündungen (Parodontitis) können Keime freisetzen, die Wehen auslösen. Weitere Ursachen können Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck, Störungen der Gebärmutter oder Plazenta sowie eine Schwäche des Gebärmutterhalses sein. Eine Frühgeburt kündigt sich meist durch eine geplatzte Fruchtblase, zu früh einsetzende Wehen oder Blutungen an – diese sollten immer umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Behandlung und Klinikalltag

Bei einer Schwäche des Muttermundes kann ein Silikonring eingesetzt oder der Muttermund operativ verengt werden. Bei sehr frühen Frühgeburten versucht man, die Wehen medikamentös zu stoppen, um Zeit für die Lungenreife zu gewinnen. Nach der Geburt werden Frühchen auf einem speziellen Untersuchungstisch versorgt, der die Erstversorgung an der noch pulsierenden Nabelschnur ermöglicht. Kinder vor der 32. Woche erhalten Atemunterstützung, liegen im temperierten Inkubator und werden über Magensonde oder Infusion ernährt – idealerweise mit Muttermilch.

Entlassung und Familienhilfe

Entscheidend für die Entlassung ist die individuelle Entwicklung: Das Kind muss selbstständig atmen, die Körpertemperatur regulieren, allein trinken und kontinuierlich zunehmen. Bei mindestens 2500 Gramm und ohne Komplikationen darf es nach Hause. Die leitende Hebamme Heike Schnepel-Berends betont, dass beide Elternteile die erste Zeit intensiv mit dem Kind verbringen sollten. Großeltern und Freunde können in den ersten Wochen nach der Klinikentlassung zum Beispiel kochen oder beim Einrichten des Babyzimmers helfen – sollten aber respektieren, wenn die Familie erst einmal ohne Dauerbesuch ihren eigenen Rhythmus finden will.