Die wirtschaftliche Lage des Handwerks in Mecklenburg-Vorpommern bleibt angespannt. Laut der landesweiten Konjunkturumfrage der Handwerkskammern Ostmecklenburg-Vorpommern und Schwerin ist der Geschäftsklimaindex auf 98,2 Punkte gefallen – der niedrigste Wert seit 2022. Der höchstmögliche Wert liegt bei 200.
Kosten und Verunsicherung belasten Betriebe
Hohe Material- und Energiekosten sowie gestiegene Lohnzusatzkosten setzen die kleinen und mittleren Betriebe unter Druck. Die Lohnzusatzkosten liegen demnach bei annähernd 43 Prozent. „Hohe Material- und Energiekosten sowie die auf annähernd 43 Prozent gestiegenen Lohnzusatzkosten belasten die kleinen und mittleren Betriebe enorm“, sagte Jens-Uwe Hopf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern.
Annähernd 80 Prozent aller befragten Unternehmen melden gestiegene Einkaufspreise. Jeder zweite Betrieb plant keine Investitionen. Hopf betonte: „Der Fakt, dass jeder zweite Betrieb keine Investitionen plant, belegt einmal mehr die Verunsicherung der Betriebe. Die Unternehmen brauchen endlich Planungssicherheit. Die Reformen müssen kurzfristig strukturelle Erleichterungen bringen. Wir haben keine Zeit für einen weiteren Aufschub.“
Beschäftigung und Ausbildung stabil
Trotz der schwierigen Lage halte das Handwerk an seiner Verantwortung auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt fest. Uwe Lange, Präsident der Handwerkskammer Schwerin, erklärte: „Im personalintensiven Handwerk sind die Beschäftigten die wichtigste Ressource der Unternehmen. Bevor Personal abgebaut wird, spart man lieber an anderer Stelle.“
Die Lage am Ausbildungsmarkt bleibt stabil. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge stieg erneut um 4,4 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern bieten rund 19.200 Betriebe ihre Produkte und Dienstleistungen an. Landesweit sind etwa 112.000 Beschäftigte in diesem Wirtschaftsbereich tätig, fast 6.000 Jugendliche werden ausgebildet. An der jüngsten Umfrage beteiligten sich 870 Betriebe.