Der Kinder- und Jugendbeirat in Neubrandenburg hat sich zum Ziel gesetzt, die Interessen junger Menschen in die kommunale Politik einzubringen. Das Gremium, das seit Mai 2026 besteht, will zunächst herausfinden, was Jugendliche in der Stadt bewegt, bevor es konkrete Forderungen stellt.
17 Mitglieder zwischen 12 und 21 Jahren gehören dem Beirat derzeit an, bis zu 20 sind laut Satzung möglich. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Bislang fanden drei Sitzungen statt: im Juni, Juli und nach der Sommerpause im September.
Erst zuhören, dann handeln
Die Jugendlichen planen, den direkten Kontakt zu anderen jungen Menschen zu suchen. Dafür sind unter anderem Kummerkästen an Schulen vorgesehen. Die Rückmeldungen sollen gesammelt, ausgewertet und in Themen für die weitere Arbeit umgewandelt werden.
„Wir wissen zwar, was uns bewegt, aber nicht automatisch, was andere bewegt. Und wir möchten ja nichts über Köpfe hinweg entscheiden“, erklärt Constantin. Als mögliche Themen nennen die Jugendlichen Freizeit, Mobilität, Bildung und Orte für junge Menschen. Auch die eigene Öffentlichkeitsarbeit soll ausgebaut werden.
Frühere Projekte und neue Rechte
Jugendbeteiligung gab es in Neubrandenburg bereits vor dem neuen Beirat. Die Stadt verweist auf Projekte wie den Pumptrack „wildride“, den Spielplatz „Am Steep“ und die Stadtentwicklung NB 2035+. Beim Spiel- und Bewegungsplatz „Am Steep“ flossen rund 200 Rückmeldungen in die Planung ein.
Der neue Beirat hat Rede- und Antragsrechte in den Ausschüssen der Stadtvertretung, hat diese bislang aber noch nicht genutzt. Unterstützt wird er von Michéle Arndt, Jugendbeteiligungskoordinatorin der Stadt. Sie ist Schnittstelle zwischen Jugendlichen, Verwaltung und Politik.
Schritt für Schritt zu mehr Selbstständigkeit
Langfristig wollen die Jugendlichen organisatorische Aufgaben selbst übernehmen. Parallel wird eine Beteiligungsrichtlinie für Neubrandenburg entwickelt, die verbindlich festlegen soll, bei welchen Vorhaben Kinder und Jugendliche beteiligt werden.
„Entscheidend ist, dass junge Menschen nachvollziehen können, wie ihre Hinweise aufgenommen werden, was daraus entsteht und wo Entscheidungen möglicherweise auch Grenzen haben“, sagt Arndt. Der Beirat ist per E-Mail unter [email protected] erreichbar.