Maisbeulenbrand in MV: Warum der Pilz bis zu 530 Euro pro Kilo kostet
Maisbeulenbrand in MV: Pilz als teure Delikatesse

Der Maisbeulenbrand, ein Pilz, der Maispflanzen befällt und beulenartige Wucherungen hervorruft, wird in Mexiko als Delikatesse geschätzt und in der Schweiz für bis zu 530 Euro pro Kilo gehandelt. In Mecklenburg-Vorpommern blieb der Befall in diesem Jahr auf den Flächen der Wariner Pflanzenbaugenossenschaft gering.

Pilzbefall in diesem Jahr gering

Daniel Bohl, Vorsitzender der Wariner Pflanzenbaugenossenschaft, hat die Maisbestände im Blick und berichtet: „Wir hatten auf unseren Flächen in diesem Jahr keinen starken Befall. An der einen oder anderen Pflanze gab es ihn mal, aber das ist nicht problematisch. Da hatten wir schon ganz andere Jahre.“

Der Pilz, wissenschaftlich Ustilago maydis, verursacht auffällige Wucherungen an verschiedenen Pflanzenteilen, besonders am Kolben. Zunächst sind die Beulen von einer hellen, silbrig schimmernden Haut umgeben, im Inneren entwickelt sich eine dunkle Sporenmasse. Reift der Pilz, platzt die Hülle auf und gibt schwarzbraune Sporen frei.

Auswirkungen auf Futtermais

Für Daniel Bohl ist entscheidend, wo der Pilz wächst: „Der Pilz kommt dort, wo eigentlich der Kolben wachsen soll. Und da dieser Hauptenergielieferant ist, fehlt er am Ende im Futter.“ Zwar sei der Pilz nicht schädlich für Kühe, die die Maispflanze als Silage bekommen, doch ein stärkerer Befall kann die Energielieferung schmälern, da wertvolle Körner und Stärke fehlen. Bei ausgeprägtem Befall kann zudem die Qualität der Silage leiden.

Der Pilz verbreitet sich über Sporen, die mit Wind und Wasserspritzern auf die Pflanzen gelangen. Anfällig ist Mais unter Stress oder bei Verletzungen wie Hagelschäden oder Fraßstellen. Auch gestörte Befruchtungsvorgänge können Eintrittspforten bieten.

Schädlinge begünstigen den Pilz

Daniel Bohl hat mit Pflanzenbauberatern gesprochen: „Problematisch ist hierzulande der Befall mit Schädlingen wie der Frittfliege oder dem Maiszünsler, durch sie wird die Entstehung begünstigt.“ Auch die Fruchtfolge spielt eine Rolle: „Mais nach Mais begünstigt den Maisbeulenbrandpilz ebenso. Die Sporen können über längere Zeit im Boden überdauern. Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge kann helfen, den Krankheitsdruck zu verringern.“ Eine direkte chemische Bekämpfung steht nach Angaben der landwirtschaftlichen Pflanzenschutzberatung nicht zur Verfügung.

Delikatesse in Mexiko

In Mexiko ist der Pilz als Huitlacoche bekannt und wird seit Jahrhunderten in Tacos, Quesadillas, Suppen und Soßen verwendet. Sein Geschmack wird als erdig, pilzig und würzig beschrieben. Daniel Bohl hat ihn bei einer Dienstreise probiert: „Bei einer Dienstreise nach Mexiko wurde uns der Pilz dort serviert. Er war in einem Omelett verarbeitet. Das hat pilzig geschmeckt, ob es nun eine Delikatesse ist, kann ich nicht sagen, denn ich esse auch sonst nicht wahnsinnig gern Pilze.“

In der Schweiz gilt der Maisbeulenbrand offiziell als Speisepilz, und für ein Kilo frischen „Mexikanischen Trüffel“ werden dort bis zu 530 Euro gezahlt. Ob der Pilz auch auf Futtermais in Mecklenburg-Vorpommern für die Küche geeignet ist, kann Daniel Bohl nicht beurteilen: „Er kommt an beiden Mais-Sorten vor, aber ob er auch von unseren Pflanzen hier, die als Futter angebaut werden, schmeckt, weiß ich nicht. Habe ich noch nicht probiert.“ Ein Gärtner aus Sachsen hat es ausprobiert und laut MDR bereits zahlreiche Feinschmecker für seinen mexikanischen Trüffel aus deutschem Anbau gefunden.