Marienplatz Schwerin: Vom Vorstadtplatz zum pulsierenden Zentrum
Marienplatz Schwerin: Vom Vorstadtplatz zum Zentrum

Der Marienplatz in Schwerin hat im Laufe der Jahrzehnte einen tiefgreifenden Wandel erlebt. Einst lag die Fläche außerhalb der Stadt vor dem Mühlentor, dessen Standort sich etwa in der heutigen Helenenstraße befand. Der Platz gehörte lange Zeit zur Vorstadt, die mit wenigen Häusern, mehreren Scheunen und Äckern ländlich geprägt war.

Namenswechsel im Laufe der Geschichte

Vor 1843 hieß die Örtlichkeit noch „Platz vor dem Mühlenthor“, danach wurde sie in Anlehnung an die Schwester von Großherzog Paul Friedrich in Marienplatz umbenannt. 1938 folgte die Umbenennung in Adolf-Hitler-Platz, die 1945 wieder rückgängig gemacht wurde. Ab 1950 trug der Platz den Namen Lenins, des Gründers der Sowjetunion. Seit 1990 heißt das Areal wieder Marienplatz.

Vergnügungsstätte, Offiziershaus und Center

Vor 70 Jahren rollten noch Autos über den Platz. Aus den Stadthallen, der größten Vergnügungsstätte Schwerins, machte die Rote Armee nach 1945 das Haus der Offiziere. Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte 1993 wurde das Gebäude abgerissen. An dieser Stelle steht seit 1998 das Schlosspark-Center.

An der Ecke zur Lübecker Straße befand sich zuletzt ein Geschäft für Dekorations- und Einrichtungsartikel. 1956 standen dort noch die Residenzlichtspiele, später Studio-Filmtheater, und die Gaststätte Lübecker Hof. Wo einst die Tabakfabrik Unitas vielen Menschen Arbeit bot, laden heute die Schweriner Höfe zum Bummeln und Einkaufen ein. Im angrenzenden Gebäude der früheren Bezirksbibliothek erwarten aktuell ein Buchgeschäft und eine Bank ihre Kunden.

Vom Hotel zur Bankfiliale

Aus Hoots Hotel wurde die Gaststätte Stadtmitte, später empfing hier das Hotel Mercure seine Gäste. Heute bietet an dieser Stelle die Postbank Leistungen an. Eine Reihe kleiner Geschäfte musste für die Marienplatz-Galerie Platz machen, die es seit 2011 gibt. Mindestens zwei Dinge haben sich nicht verändert: der Standort der Apotheke und die den Platz querenden Straßenbahnen.

Die Serie „Schwerin früher – heute“ soll um weitere Beiträge ergänzt werden. Dafür werden alte Fotos, Ansichtskarten oder Informationen gesucht, die per E-Mail mit dem Betreff „Schwerin früher – heute“ eingereicht werden können.