Mehr meldepflichtige Drohnensichtungen in Mecklenburg-Vorpommern
Mehr meldepflichtige Drohnensichtungen in MV

Die Zahl meldepflichtiger Drohnensichtungen in Mecklenburg-Vorpommern hat zuletzt zugenommen. Nach Angaben des Schweriner Innenministeriums wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 39 entsprechende Vorfälle registriert. Im gesamten Jahr 2025 waren es 37 Fälle. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Betroffene Bereiche im ersten Halbjahr

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres betrafen die Meldungen den Angaben zufolge in 19 Fällen kritische Infrastruktur, in 16 Fällen militärische Anlagen und in jeweils zwei Fällen Industrieanlagen beziehungsweise Einrichtungen der Justiz oder Polizei.

Im gesamten Jahr 2025 waren die Verteilungen anders: 15 Meldungen betrafen militärische Anlagen, 14 kritische Infrastruktur, sechs Industrieanlagen und zwei Einrichtungen der Justiz oder Polizei.

Keine Angaben zu einzelnen Vorfällen

Bei den Zahlen handelt es sich um gemeldete Sichtungen. Wie oft tatsächlich Drohnen präsent waren und wer sie mit welcher Absicht gesteuert hat, dazu gibt die Statistik keine Auskunft. Das Ministerium macht auch zu einzelnen Vorfällen keine Angaben.

In Deutschland gab es zuletzt wiederholt verdächtige Drohnensichtungen oder -funde. Im August hatte es am Flughafen Leipzig/Halle einen Angriff mit einer Drohne gegeben, die mit Sprengstoff ausgerüstet war. Die Bundesregierung machte Russland verantwortlich. Moskau bestreitet das. Jüngst wurde zudem der Fund von Drohnenteilen nahe dem Bundeswehr-Fliegerhorst im niedersächsischen Wunstorf bekannt.

Zusammenarbeit und Drohnenabwehrzentrum

Bereits vergangenes Jahr hatten die norddeutschen Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Drohnenabwehr verabredet. 2024 hatte Mecklenburg-Vorpommern den Aufbau eines Drohnenabwehrzentrums angekündigt.

Über ein EU-Förderprogramm habe die Landespolizei bereits „eine Erstbefähigung von Drohnenabwehrtechnik beschafft“, hieß es aus dem Schweriner Innenministerium. „Diese ist auf die Intervention gegen bereits erkannte Drohnen ausgelegt.“ Die Beschaffung von Technik zur Drohnenabwehr sei ein fortwährendes Thema bei der Polizei. Für die Beschaffung spiele auch die Erstellung eines Lagebildes zur Erkennung unzulässiger Drohnenüberflüge eine Rolle.

Forschungsprojekt mit der Hochschule Stralsund

Am Donnerstag will das Innenministerium über ein Forschungsprojekt zusammen mit dem Institut für sichere mobile Kommunikation (ISMK) an der Hochschule Stralsund informieren. Ziel dieses laut Innenministerium bundesweit einmaligen Projektes sei es, „ein belastbares und großflächiges Lagebild aufzubauen und den Transfer in die Einsatzpraxis der Landespolizei zu untersuchen“.