Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern hat im Zusammenhang mit der Landtagswahl 2026 mehr Straftaten registriert als bei der kombinierten Wahl 2021. Bis zum 23. September – kurz nach dem Wahltermin – erfasste das Landeskriminalamt (LKA) mehr als 490 Delikte, wie die Behörde mitteilte. 2021 waren es 277 Straftaten.
Wahlplakate im Fokus
Der Großteil der Delikte und auch der Zuwachs gehen auf beschädigte oder gestohlene Wahlplakate zurück. Dabei wurden 2026 nicht wesentlich mehr Plakate Ziel registrierter Straftaten als 2021 – jeweils rund 1.700. Allerdings gab es laut LKA deutlich mehr Anzeigen, bei denen nur eine geringe Anzahl angegriffener Plakate oder nur eines gemeldet wurde. „2021 waren es dagegen weniger Anzeigen, mit jeweils höherer Anzahl an angegriffenen Plakaten“, so das LKA.
Gewaltdelikte und andere Straftaten
Neben 303 Sachbeschädigungen erfasste das LKA 83 Diebstähle sowie 29 Fälle des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen. Hinzu kamen 21 Beleidigungen, 15 Fälle von Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gegen Personen des politischen Lebens, 7 Bedrohungen, 6 Fälle von Volksverhetzung sowie 3 einfache und 2 gefährliche Körperverletzungen.
Am häufigsten wurden Straftaten mit Bezug zu AfD-Plakaten gemeldet, gefolgt von SPD-Plakaten und denen der Linken. Die Zahlen können jedoch durch unterschiedliches Meldeverhalten beeinflusst sein. Auch verschiedene Wahlen sind nur schwer vergleichbar, etwa wegen Unterschieden bei Wahlkampfbudgets und Plakatierung.
Vergleich mit Sachsen-Anhalt
Auch in Sachsen-Anhalt, wo zwei Wochen vor den Wahlen im Nordosten ein neuer Landtag gewählt wurde, verzeichnen die Behörden mehr Straftaten mit Wahlbezug als 2021. Das Innenministerium in Magdeburg erklärte, das deute auf eine Veränderung in der Intensität des Wahlkampfes und der politischen Auseinandersetzung hin. Bis zum Wahltag erfasste das dortige LKA 747 Straftaten, 2021 waren es 531. Auch hier ging es vor allem um die Beschädigung oder das Entwenden von Wahlplakaten.