Beim künftigen Radsportzentrum am Lambrechtsgrund in Schwerin sollen 50 Parkplätze für ehrenamtliche Übungsleiter und Trainer der ansässigen Sportvereine kostenlos bleiben. Der Hauptausschuss gab am Dienstagabend grünes Licht für diesen Kompromiss und segnete zugleich mehrheitlich die geplante Gebührenpflicht auf dem restlichen Parkplatz ab. Die endgültige Entscheidung trifft die Stadtvertretung voraussichtlich am 9. November.
Gebühren und Konditionen im Überblick
Eine Pkw-Parkstunde soll 1,50 Euro kosten. Für ein Tagesticket sind 10 Euro und für ein Monatsticket 47,60 Euro vorgesehen. Die ersten 20 Minuten eines Parkvorgangs bleiben kostenfrei. Insgesamt stehen etwa 500 Stellplätze zur Verfügung, „deren Nutzung künftig geordnet, gesteuert und wirtschaftlich betrieben werden soll“, wie es von der Verwaltung hieß.
Stadtsportbund kritisierte die Pläne
Als die Bewirtschaftungspläne bekannt wurden, übte der Stadtsportbund Schwerin scharfe Kritik. Geschäftsführer Dirk Pollakowski nannte das Vorhaben „kontraproduktiv“, da auch Ehrenamtliche aus den Vereinen zur Kasse gebeten würden, die sich in ihrer Freizeit für die Gesellschaft engagieren. In einem Brief an die Stadtpolitik bat er darum, das Vorhaben zu überdenken.
Lob und Ablehnung im Ausschuss
In der Sitzung des Hauptausschusses fand die Lösung viel Zuspruch. Manfred Strauß (Unabhängige Bürger/FDP) und Gerd Böttger (Linke) sprachen von einem „guten Kompromiss“, auch CDU-Fraktionschef Gert Rudolf äußerte sich positiv. Ablehnung kam von der AfD: Fraktionsvorsitzende Petra Federau verwies auf Schwerins Anspruch, eine Sportstadt zu sein, und wandte sich gegen eine Ausweitung der Gebührenpflicht auf andere Sportanlagen.
Ausweitung auf weitere Parkflächen?
Die Beschlussvorlage enthält einen Auftrag an die Verwaltung, auf Grundlage der Erfahrungen am Standort Radsportzentrum weitere geeignete städtische Parkflächen schrittweise in eine entgeltliche Bewirtschaftung zu überführen. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) betonte jedoch, dass es zunächst nur um den Lambrechtsgrund gehe. Für jeden weiteren Parkplatz werde die Verwaltung eine eigene Vorlage vorlegen, über die die Politik abstimmen könne.